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Ein Beitrag von Felix Thönnessen, Inhaber der Unternehmensberatung thoennessenpartner. Er berät Startups beim Aufbau ihres Unternehmens, bei der Investorensuche und beim Beantragen von Fördergeldern sowie beim Ausarbeiten von Marketingstrategien und –konzepten.

Relevantes Online Marketing

Beim Thema Online-Marketing-Maßnahmen sollte an erster Stelle immer die Frage nach der Relevanz stehen, wie bei jeder Unternehmensaktivität, bei jeder Entscheidung, mit einem ganz großen Ausrufezeichen. Schließlich ist Zeit Geld, und das hat man bekanntlich nicht, schon gar nicht als Gründer. Es stimmt, mittlerweile gibt es unzählige Bereiche im Online Marketing. Doch welche Möglichkeiten sind wirklich sinnvoll?

Was bringt es zum Beispiel, viel Zeit, Geld und Mühe in umfangreiches Content-Marketing zu investieren, wenn für das neugegründete Unternehmen viel eher ein Social-Media-Konzept in Frage käme? Es ist also wichtig, jedem Werkzeug des Online Marketing eine Relevanz zuzuordnen und daraus eine Hierarchie zu erstellen, aus der abzulesen ist, nach welcher Reihenfolge mehr oder weniger Zeit und Geld in eine bestimmte Maßnahme investiert werden sollte.

Die Bereiche des Online Marketing, die in jedem Fall ganz oben auf der Relevanz-Liste auftauchen sollten, sind im Folgenden genauer beschrieben. Dabei handelt es sich um die grundlegendsten Bestandteile des Online Marketing, die jeder Unternehmer für sich nutzen sollte.

1. Die eigene Website – Die Tür ins Internet

Die eigene Website ist noch immer die Haupteingangstür ins Internet. Auch wenn sie neben sozialen Netzwerken mehr und mehr an Bedeutung zu verlieren scheint, ist sie dennoch die Kernpräsenz eines jeden Unternehmens im Internet. Eine Website muss sich nicht an vorgefertigte Designs wie bei Facebook anpassen, sie ist zu 100 Prozent selbst erstellt – und das wirkt auf den Besucher.

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Ein Besucher entscheidet innerhalb von zwei Sekunden, ob ihm gefällt, was er sieht – oder eben nicht. Also ist es wichtig, dass alles übersichtlich und modern gestaltet ist, der Besucher nicht überfordert wird und sofort weiß, auf welcher Seite er welche Informationen findet. Mehr als sieben Menüpunkte sollten dabei übrigens unbedingt vermieden werden.

Die Frage der Relevanz stellt sich allerdings auch hier. Heutzutage muss nicht jeder Bäcker oder Schneider eine eigene Website haben, obwohl es zahlreiche kostengünstige Varianten gibt. Eine Präsenz im Internet kann auch mithilfe sozialer Netzwerke oder Blogs geschaffen werden.

2. Mobile Marketing – Es wird mobil

Das Internet wird mobil, jeder merkt es, jeder weiß es. Informationen werden von unterwegs aus dem Internet auf dem Smartphone abgerufen, daher ist es sehr wichtig, dass die eigene Website sich an all die unterschiedlichen Bildschirmgrößen von Apple, Samsung, HTC et cetera anpassen kann, um dem Besucher das umständliche Einzoomen zu ersparen. „Responsiv“ ist so eine Website.

Eine wichtige Frage des Mobile Marketing lautet: „Welche marktrelevanten Informationen kann ich mithilfe mobiler Endgeräte sammeln?“ Personenbezogene Daten waren nie wertvoller als die, die mithilfe des Mobile Marketing gesammelt werden können – schließlich ist das Smartphone immer dabei, egal, wo man hingeht. Die Tracking-Funktion, durch die Informationen über den Standort des Endgerätes übertragen werden, ist dabei die bedeutendste.

Es ist oft kein Zufall, dass im Einzelhandelsgeschäft sehr häufig „Preisvergleich“ bei Google gesucht wird. Wenn man als Werbetreibender also weiß, dass sich der Smartphone-User in einer Buchhandlung befindet, wenn er nach diesem Keyword sucht, kann man einfacher passende Werbung schalten. Genau das ist nämlich der große Wert des Mobile Marketing. Einzig die meist deutlich kleinere Bildschirmfläche gegenüber dem klassischen Desktop stellt oft noch ein Problem dar.

3. Online gefunden werden

Suchmaschinenoptimierung ist hier das Stichwort. Und genau darum geht es: Stichworte, oder eher „Keywords“. Bei Google oder anderen Suchmaschinen gefunden zu werden, unter all den Websites, die ähnliche Inhalte anbieten, ist alles andere als leicht. So sollte man seine Website auf die relevantesten Suchanfragen hin ausrichten, das heißt die Text- und Bildinhalte so verfassen, dass sie genau das darstellen, was der Suchende finden möchte – und auch Google das anhand der verwendeten Keywords feststellt. Mit dem Google Keyword-Planer können diese relevanten Suchanfragen leicht herausgefunden und eine Website nachhaltig optimiert werden.

Natürlich ist Suchmaschinenoptimierung nur für diejenigen relevant, deren Akquise-Kanal zu einem bedeutenden Teil das Internet und die eigene Website ist. Für ein Yoga-Lehrerin beispielsweise, die ihre Kurse über Volkshochschulen anbietet, stellt eine eigene Website wahrscheinlich eher keine große Möglichkeit zur Akquise dar, und ist dementsprechend verhältnismäßig irrelevant.

4. Facebook me!

Soziale Medien verbinden – nicht nur Menschen untereinander, auch Unternehmen. Daher ist es so wichtig, auch bei Facebook und Co vertreten zu sein. Mit kreativen Ideen, sympathischen Gewinnspielen und engagierten Charity-Maßnahmen können sich viele User mit dem Unternehmen verbunden fühlen. Auf einem sozialen Netzwerk kann sich viel persönlicher präsentiert werden und der Kontakt mit jedem ohne Barriere stattfinden. Auch ist ein soziales Medium für die oben genannte Suchmaschinenoptimierung relevant.

Aber vorsichtig: Die Relevanz zählt. Nicht jedes Unternehmen passt ins soziale Netzwerk. Ein Facebook-Auftritt ist vorteilhaft, wenn auch ein Mehrwert durch entsprechende Inhalte geboten werden kann. Ein selten aktualisiertes und kaum gepflegtes Facebook-Profil wirkt sich sogar schlecht auf das Bild eines Unternehmens aus.

5. Content Marketing – Der Inhalt zählt

Eine oftmals viel größere Wirkung als klassische Werbung hat heutzutage das Content Marketing. Hier wird der Fokus nicht auf die Darstellung des werbenden Unternehmens gelegt, sondern auf die übermittelten Informationen beziehungsweise Unterhaltung. Eine weitverbreitete Form des Content Marketing sind dabei Tutorials und Ratgebervideos. Ein Online-Shop für „schwangere Mode“ kann in einem Artikel oder Video beispielsweise Tipps zu Styling und Herstellern geben und dadurch im Kopf des Kunden als Experte in dem Bereich der Mode für Schwangere in Erinnerung bleiben.

6. Affiliate Marketing – Ein Verkäufer-Netzwerk

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Wieso alles alleine machen, wenn einem Helfer und Helfershelfer beim Verkauf der Produkte online unter die Arme greifen können? Genau das geschieht beim Affiliate Marketing. Die Helfer und Helfershelfer sind Affiliates, Onlinepartner, die Produkte auf Provisionsbasis vertreiben. Oft sind so ganze Shops, von denen man denkt, dass sie eigenständig sind, eigentlich Affiliates eines anderen noch größeren Anbieters. Affiliates sind also Außendienstler der digitalen Welt und im Gesamtbild meist sehr erfolgreiche Verkäufer.

7. E-Mail Marketing

Ein auch im Affiliate Marketing sehr verbreitetes Instrument des Online Marketing ist das E-Mail Marketing. Noch immer sind sehr viele potenzielle Kunden über eine E-Mail zu erreichen und anzuwerben. Grundlage des Ganzen sind natürlich zahlreiche E-Mail-Adressen, die erst einmal generiert werden müssen. Dies geschieht über Newsletter-Eintragungen, die aktiv vom Besucher der Website geschehen oder passiv während einer Bestellung beispielsweise.

Die Erfolgsquote des E-Mail Marketing nimmt jedoch stetig ab, da es immer mehr mit negativen Assoziationen belegt ist – Stichwort Spam. Dennoch ist E-Mail Marketing zumindest für jeden Online-Shop relevant, um den Besucher oder Kunden an sich zu binden, indem ihm regelmäßig weitere Produktempfehlungen präsentiert werden.

8. Im Internet verbreiten

Um mehr Türen im Internet zu der eigenen Website zu öffnen, sind Blogs, Foren, Unternehmensportale und Branchenverzeichnisse eine sehr zu empfehlende Möglichkeit. Nach dem Motto „Nur wer sich bewegt, kann auch etwas bewegen“ sollte hier aktiv Online Marketing betrieben werden: Blogbeiträge kommentieren, Fragen in Foren beantworten, in Unternehmensportalen aktiv in Gruppen mitwirken, neue Kontakte knüpfen – einfach sich und sein Unternehmen mit der Themenwelt online vernetzen, sich einbringen und bekannt machen.

Zum Schluss

Jeder sollte den vielen Möglichkeiten des Online Marketing eine eigene für ihn geltende Relevanz zuschreiben. Für den einen ist eben das eine relevanter als das andere. Die oben genannten Maßnahmen sollten jedoch Bestandteil eines Online-Marketing-Konzepts sein.

Der Autor dieses Fachbeitrages gibt am 20. Juni 2014 ein Gründerszene-Seminar zum Thema Online Marketing. Sichere Dir jetzt einen der begehrten Plätze!

 

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