Thorsten Müller (CTO), Martin Twellmeyer (Gründer & GF), Robert Rebholz (Gründer & GF) (von links)

Das Führungsteam von Optilyz: Thorsten Müller, Martin Twellmeyer und Robert Rebholz (von links)

Aus einem einzigen Grund hätte die Geschäftsidee von Robert Rebholz vor zehn Jahren noch nicht funktioniert: Damals waren die Postkästen der Menschen noch mit Werbung, Rechnungen und Postkarten vollgestopft. Mittlerweile hat sich ein Großteil des Briefwechsels in die digitale Welt – auf E-Mails und Apps – verlagert.

Jetzt will Rebholz mit seinem Startup Optilyz von dem abnehmenden Briefverkehr profitieren. „Die Briefkästen sind leer – das ist die Chance für postalisches Marketing“, sagt er. Die Menschen erhalten zwar immer weniger Briefe, nehmen aber die Werbebotschaften in ihrem Briefkasten wahr. Knapp vier Prozent der angeschriebenen Endkunden würden auf Gutscheine im Postkasten reagieren – und daraufhin etwas im Netz kaufen, sagt Rebholz. Im Vergleich zu Online-Werbung ein ausgesprochen guter Wert. Zudem nimmt die Zahl der Ad-Blocker immer weiter zu.

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Gezielte Werbung per Post

Als Gründer des Rocket-Startups Spaceways hatten Rebholz und sein Mitgründer Martin Twellmeyer gemerkt, dass es für diesen postalischen Marketing-Kanal kein richtiges Tool gebe, obwohl er gut funktioniere. Und so starteten sie vor zwei Jahren zusammen Optilyz in Berlin, arbeiteten unter dem Radar – um keine Nachahmer anzuziehen. Das Tool soll es Unternehmen ermöglichen, die Kampagnen für Gutscheine oder Geburtstags-Glückwünsche per Post einfach zu managen. Dadurch sollen beispielsweise frühere Kunden zu einem erneuten Kauf bewegt werden.

Über die Software lassen sich zum Beispiel für bestimmte Zielgruppen andere Werbebotschaften aussuchen. „Bei einem Hundebesitzer würde das Katzenmotiv nicht gut ankommen“, sagt Rebholz. Die Daten dazu kommen aus der eigenen Kundendatei.

Startups wie der Kochboxenversender HelloFresh oder der Shop für Nahrungsergänzungsmittel Nu3 verwenden die Software von Optilyz. Die Namen von größeren Kunden darf Rebholz nicht verraten.

Der Werbekanal gewinne an Bedeutung

Über den Gutschein-Code des Kunden können die Unternehmen nach der Kampagne überprüfen, ob dieser wirklich etwas gekauft hat und ob die Werbebotschaft ankam. „Durch das Tracking ist es möglich zu analysieren, ob sich die Werbekampagne gerechnet hat“, sagt Rebholz.

Das Berliner Startup nimmt für den Service eine Gebühr von den Unternehmen und behält einen Teil der Druckkosten ein. Wie viel Umsätze Optilyz damit macht, will der Gründer nicht verraten.

Im kommenden Jahr soll das Startup profitabel sein – bislang ist das Geschäft durch Investorengelder finanziert: DN Capital und FJ Labs und mehrere Business Angels sind bei Optilyz beteiligt, drei Finanzierungsrunden gab es bereits. Außerdem hat das Unternehmen Fördergelder aus dem IBB ProFit-Programm erhalten.

Gründer Rebholz ist optimistisch, was seine Geschäftsidee angeht. „Selbst Google, das größte Online-Marketing-Unternehmen der Welt, hat uns mehrere Briefe per Post geschickt“, sagt er und lacht.

Bild: Optilyz