Pair Christine Kiefer

Die bisherige Pair-Geschäftsführerin Christine Kiefer

Lange hat es Christine Kiefer bei Pair Finance nicht gehalten. Die Gründerin verlässt ihr Startup nach wenigen Monaten, wie Gründerszene erfuhr. Auf Nachfrage bestätigt die ehemalige Goldman-Sachs-Bankerin den Abgang, äußert sich allerdings weder zu den Hintergründen noch zu ihren zukünftigen Plänen.

Kiefer war erst im März dieses Jahres als Gründerin und Geschäftsführerin zu dem frisch gestarteten Venture des Fintech-Inkubators Finleap gestoßen. Zuvor hatte sie einige Zeit als Geschäftsführerin des Online-Payment-Anbieters Billpay gearbeitet.

Anzeige

Pair will Unternehmen ermöglichen, ihre Forderungen und Schuldner zu managen. So soll eine höhere Rückzahlungsquote erreicht werden. Kiefer sah in dem Bereich eine Chance: Gerade in kleineren Betrieben werde das Mahnwesen häufig noch schriftlich oder per Telefon vollzogen. „Laut einer Branchenstudie ist die Hälfte aller Inkasso-Unternehmen vor 1950 gegründet worden“, so Kiefer im Mai gegenüber Gründerszene. „Die Branche ist zum Teil sehr alt, und damit auch die IT.“

Ende 2015 hatte neben anderen Investoren auch Kreditech-Gründer Sebastian Diemer in Pair investiert, insgesamt flossen drei Millionen Euro in dieser Seed-Runde.

Als alleiniger Geschäftsführer arbeitet nun Stephan Stricker für Pair. Er hatte das Fintech zuvor gemeinsam mit Kiefer geleitet. Auf Nachfrage schreibt er: „Christine war Teil des Teams und es ist immer schade, wenn ein Team-Mitglied geht. Unser Business wird aber keinerlei Veränderungen durch den Weggang haben.“ Da das Produkt in den letzten Monaten marktfähig geworden sei, werde man nun den Fokus stark auf den Go-to-market-Ansatz legen.

Stricker baute zuvor die Hitfox-Unternehmen Ad2games und Nevaly in Deutschland, San Francisco und São Paulo mit auf.

Fintech-Gründerin: „Ich war immer die einzige Frau im Team“

„Ich war immer die einzige Frau im Team“

Die frühere Goldman-Bankerin Christine Kiefer schmiss ihren Job, um in einem Startup zu arbeiten. Jetzt startet sie ein Fintech-Netzwerk für Frauen.

Bild: Laura Jost