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Pamela hat das perfekte Gesicht für Instagram und Snapchat. Wenn man nach den Einschaltquoten geht.

Wenn Pamela Reif Einblicke aus ihrem Leben über Instagram oder Snapchat teilt, erreicht sie damit mehr als 2,4 Millionen Menschen weltweit. Die 19-Jährige zeigt, wie sie sich ernährt, ihr Workout gestaltet und sich kleidet. Ihre Fans würden sich gerne jeden Tag von einem ihrer Videos inspirieren lassen, erzählt die junge Influencerin, die im regen Austausch mit der Community steht.

Doch seitdem Instagram mit Stories ein nahezu identisches Feature wie bei Snapchat gelauncht hat, ist das gar nicht mehr so einfach. Was ist neu? Instagramer können nun Video-Geschichten posten, die 24 Stunden online bleiben und sich mit Filter- und Zeichenfunktionen bearbeiten lassen.

Viele Instagramer fragen sich jetzt allerdings, was bringt mir Stories, was ist anders? Und wie halte ich es jetzt mit meinem Snapchat-Account? Pamela Reif erzählt im Gründerszene-Interview, wie sie mit beiden Portalen umgeht, deckt die Schwächen auf und sagt, wie es besser gehen könnte.

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Ist der Snapchat-Hype jetzt vorbei?

Am Anfang habe ich mich auch gefragt, ob jetzt überhaupt noch jemand in Snapchat Stories schaut. Ich selbst gehe seltener in die App, um mir dort Stories von anderen anzuschauen. Da ist es einfacher jetzt gleich bei Instagram zu bleiben. Und ich muss ehrlich zugeben, dass ich seit Instagram Stories auch selber weniger snappe. Wie viele andere auf Instagram stelle ich mir die Frage: Soll man die identischen Inhalte nun auf zwei Portalen posten?  Auf beiden das gleiche zu machen, wäre irgendwie doppelt gemoppelt. Ich mache es deshalb so, dass ich Insta-Stories nur auf englisch mache, Snapchat auf deutsch.

Wie oft nutzt Du mittlerweile Instagram-Stories?

Ich will versuchen, es täglich zu machen, aber momentan schaffe ich es oft nur etwa drei bis vier Mal die Woche. Es wird von den Followern aber schon jetzt viel genutzt. Jeder Zehnte schaut sich meine Stories an. Ich bekomme überwiegend gutes Feedback. Viele schreiben mir: Mach das bitte jeden Tag!

Gibt es auch Kritik?

Es gab viele, die gesagt haben: Insta-Stories finde ich doof – ich nutze lieber Snapchat. Ich verstehe allerdings nicht, wie man das eine doof finden kann und das andere liebt. Ich sehe da keinen allzu großen Unterschied zwischen beiden Portalen.

Was kann Instagram denn besser als Snapchat?

Ein großer Vorteil ist der, dass man aus dem Album auch fertige Videos hochladen kann. Das geht bei den Snapchat Stories nicht. Ich filme zum Beispiel mein Workout und lade es dann im Nachhinein bei Instagram hoch. Und auch die Ordnerstruktur ist in einer Hinsicht besser: Wenn ich Feedback von Followern auf Snapchat bekomme, dann landet das alles in einem Ordner zusammen mit meinen privaten Nachrichten. Ich musste es deshalb irgendwann abschalten, weil es einfach zu viel wurde. Bei Instagram Stories wird separat nach Stories sortiert, wenn jemand etwas kommentiert. Das finde ich übersichtlicher, ich kann damit besser auf die Kommentare reagieren.

Gibt es Schwachstellen?

Als Nutzer finde ich, dass die Auswahl der Stories auf Instagram unübersichtlich angeordnet sind (Die Videogeschichten sind in einer separaten Anzeige oberhalb des normalen Feed mit kreisrunden Bildern angezeigt). Beim Durchwischen drückst du eher das, was weiter vorne ist – der Rest ist schon viel zu weit weg, als dass du es dir dann noch anschaust. Es wäre gut,  wenn man die aktuellen Stories mit allen Namen auch in einer Liste untereinander finden würde.

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Fehlt dir sonst noch etwas bei Insta-Stories, das Du bei Snapchat gerne nutzt?

(lacht) Ja, es braucht mehr Filter. Bei Instagram ist die Auswahl bisher grauenhaft. Fürs Gesicht sind die nicht gerade schmeichelnd. Und ich kann mir vorstellen, dass viele Instagramer noch nicht Stories nutzen, weil die Filter fehlen. Ich hatte mit den Videos am Anfang auch Probleme. Einem Youtuber fällt das natürlich viel einfacher. Momentan trauen sich viele noch nicht, so viel zu reden. Aber das kommt mit der Zeit, denke ich.

Hast Du bereits Werbepartner für Instagram Stories – so wie bei Snapchat?

Es kommt vor, dass ich Sachen bei Insta-Stories nochmal promote, die ich vorher über meine Bilder gezeigt habe. Häufig auch deshalb, weil meine Follower mich fragen, ob ich sie nochmal etwas genauer vorstellen könnte. Feste Kooperationspartner gibt es aber noch nicht. Doch das wird definitiv noch kommen, denn Videos sind viel persönlicher.

Was steht bei Dir als nächstes an?

Seit Sonntag ist meine erste eigene App fürs iPhone verfügbar. Darüber bekommen meine Follower alle Infos aus meinem Blog in einer optimierten Ansicht. Außerdem hat meine App eine Benachrichtigungsfunktion, mit der alle, die sie aktiviert haben, direkt eine Nachricht bekommen, wenn ich etwas hochlade. Und es stehen weitere Projekte an – aber darüber kann ich noch nichts verraten (lacht).

Vielen Dank für das Interview, Pamela

Bild: Pamela Reif