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Die Panono-Gründer Qian Qin, Jonas Pfeil und Björn Bollensdorf (von links)

Eine ballförmige Kamera zum Werfen: Das war die Idee, mit der Panono vor drei Jahren zum Hype-Kandidaten der Crowd wurde. Mit 1,25 Millionen US-Dollar gab einen Rekordbetrag für Deutschland auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo, auf der Crowdinvesting-Seite Companisto kamen sogar 1,6 Millionen Euro zusammen.

Nun kommt der tiefe Fall: Das Hardware-Startup hat Insolvenz angemeldet. Das berichtete t3n zuerst. Gegenüber Gründerszene bestätigte Panono die Zahlungsunfähigkeit. Weitere Informationen dazu wollte das Startup am Freitag nicht herausgeben. „Da uns in dieser Ausnahmesituation noch Informationen fehlen, werden wir zum jetzigen Zeitpunkt auf verlässliche Fakten warten. Gerüchte und Halbwissen können die erfolgreiche Sanierung eines Unternehmens gefährden“, heißt es in einer E-Mail. „Dies möchten wir verhindern und hoffen auf eine neue Chance für das Unternehmen.“ Wie es nun mit dem fünf Jahre alten Startup weitergeht, ist derzeit also völlig unklar.

Mit Panono setzt sich die seit Monaten andauernde Serie millionenschwerer Pleiten im Crowdinvesting-Bereich fort: Zuletzt scheiterten etwa das Hotelportal Triprebel, das Server-Startup Protonet, der E-Bike-Hersteller Freygeist sowie Lampuga, Erfinder eines elektrisch angetriebenen Surfboards, nachdem sie über Crowdinvesting-Plattformen wie Companisto oder Seedmatch Geld einsammelten. Panono ist nach Protonet, das etwa 3,3 Millionen Dollar von Crowd-Investoren einsammelte, die zweitgrößte Pleite in Deutschland.

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Bereits vor einem Jahr wurde deutlich, dass bei Panono – wie so oft bei Hardware-Startups, die von der Crowd unterstützt werden – nicht alles glatt läuft. Bei der Produktion der Kameras, die für die Unterstützer bestimmt waren, gab es erhebliche Verzögerungen. Damals erklärte Björn Bollensdorff, Mitgründer des Startups, auf Nachfrage von Gründerszene: „Zum einen war die Produktion weitaus komplexer, als wir am Anfang abgeschätzt hatten. Zum anderen war der Zeitaufwand viel höher als wir dachten.“ Zu dem Zeitpunkt betonte er jedoch, dass die Produktion begonnen habe.

Auch der ursprüngliche Pitch des fünf Jahre alten Startups – die bruchsichere Kamera – konnte nicht umgesetzt werden. Gegenüber Gründerszene sagte der Mitgründer damals, man könne die Kamera zwar werfen – müsse sie jedoch wieder auffangen, weil sie sonst kaputt gehe.

Bild: Panono