Ehepaar Zuckerberg investiert in Bildungs-Startup

Panorama Education heißt das Startup, sieben Mitarbeiter sind dort beschäftigt, Standort ist Boston. Das Geschäftsmodell: Umfragen für Eltern, Lehrer und Schüler zu erstellen und zu verwalten, die erfragten Daten zu analysieren und so die Situation an Schulen zum Besseren zu verändern. So weit, so unspektakulär. Panorama ist allerdings auch das erste Startup, in das der milliardenschwere Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und seine Ehefrau Priscilla Chan investieren – jedenfalls das erste, bei dem eine Zuckerberg-Beteiligung öffentlich bekannt wird. Warum ist das Startup für den Facebook-Gründer interessant? Vier mögliche Gründe:

1. Die Bildungsidee: Panorama will das US-Bildungssystem verbessern – ein Thema, für das Zuckerberg brennt. Dass der Facebook-Gründer hier unbedingt etwas verändern möchte, zeigte sich am deutlichsten im September 2010, als er die Riesensumme von 100 Millionen US-Dollar spendete – an das gebeutelte öffentliche Schulsystem von Newark, einer 270.000-Einwohner-Stadt im US-Bundesstaat New Jersey.

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2. Der Datenfokus: Es gebe viele gute Ideen, wie man Schulen verbessern könnte, sagt Panorama-Gründer Aaron Feuer gegenüber All Things Digital. „Aber es gibt keine Möglichkeit zu wissen, was wirklich los ist, weil es zu wenig Datenanalyse gibt, weil nicht genügend Daten gesammelt werden und weil sie niemand analysiert.“ Je mehr Daten, umso besser fürs Unternehmen. Dass der Chef des weltweit größten sozialen Netzwerks mit dieser Binsenweisheit etwas anfangen kann, liegt auf der Hand.

3. Das Umfeld: Panorama Education sieht nicht nach einem long shot aus, das Investment könnte eine vergleichsweise sichere Wette sein. Schließlich beteiligen sich an der Finanzierung von insgesamt vier Millionen US-Dollar neben der Stiftung von Zuckerberg und Ehefrau Priscilla Chan so etablierte Investoren wie Jeff Claviers SoftTech VC, Google Ventures, die Yale University und Ashton Kutchers A-Grade Investments. Und: Panorama durchlief den berühmten Y Combinator, ein Inkubator, aus dem auch schon Airbnb, Dropbox oder Reddit hervorgingen.

4. Die Gründer: Auf genau einer dieser Veranstaltungen des Y Combinators lernte Zuckerberg auch die drei Panorama-Macher Aaron Feuer, Xan Tanner und David Carel kennen. Die drei legten mit ihrem Startup noch während des Studiums an der elitären Yale University los – ähnlich wie Zuckerberg, der in seinem zweiten Studienjahr an der nicht weniger prestigeträchtigen Harvard University Thefacebook launchte, wie es damals noch hieß. Kurze Zeit später brach er sein Studium ab, um sich ganz auf sein Startup zu konzentrieren.

Bild: NamensnennungWeitergabe unter gleichen Bedingungen Bestimmte Rechte vorbehalten von Kris Krug