Parce

Löwin Dagmar Wöhrl war die Angelegenheit zu technisch

Der Auftritt in der Höhle war überzeugend. Die Macher von Parce stellten ihren intelligenten Zwischenstecker vor. Mit ihm ist es möglich, eine Steckdose per WLAN zum Beispiel vom Smartphone aus zu steuern. Wie erwartet interessierte sich vor allem Tech-Checker Frank Thelen für das Produkt. Am Ende und nach einer hartnäckigen Verhandlung von beiden Seiten stand der Deal: Thelen gab 400.000 Euro für 15 Prozent am Unternehmen, außerdem brachte er Serverkapazitäten im Wert von 100.000 Euro ein. „War geil“, freut sich Mitgründer Malte Janduda nach der Einigung.

Anzeige
Jetzt erzählte Mitgründer Eugen Pflüger der Wirtschaftswoche, warum aus dem Deal einige Wochen nach der Aufzeichnung der Show doch nichts wurde: „Wir haben uns nach der Aufzeichnung zusammengesetzt und Franks Team hat sich unser Geschäftsmodell und unsere Zahlen genau angeschaut. Am Ende stand fest: Frank findet zwar unser Produkt toll, aber ihm ist die Investition zu heikel – ihm schien die Konkurrenz zu groß.“ In der Sendung war Thelen noch überzeugt gewesen, dass eine Chance für den Bau einer Plattform für intelligente Produkte vorhanden ist.

Dass am Ende nicht Frank Thelen, sondern der bisherige Business Angel, Carsten Thoma, der Gründer von SAP Hybris, investiert hat, spielt dabei keine Rolle, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Klar. Man möchte nicht, dass der geplatzte Thelen-Deal wie eine Niederlage rüberkommt. 

Ein bisschen ernüchtert sind die Gründer aber schon: „Wir waren schon enttäuscht, denn wir hatten wirklich auf ein Investment gehofft.“ Dennoch seien sie mit dem DHDL-Löwen im Guten außeinandergegangen: „Noch heute haben wir Kontakt zu Frank Thelen und seinem Team und holen uns dort hin und wieder Ratschläge. Ich sehe die Höhle der Löwen als eine Art Speeddating – eine Heirat ist da nicht unbedingt garantiert. Im echten Leben trifft man ja auch mehrere potentielle Investoren, bevor es klappt“, heißt es weiter im Interview mit der Wirtschaftswoche.

Hier seht ihr, welche DHDL-Deals aus der 3. Staffel gescheitert sind:

Zur Galerie

Gründer Tobias Riedle (Foto) stellte in einer der ersten Folgen die Reiseplattform FindPenguins vor. Jochen Schweizer bot 200.000 Euro für 50 Prozent der Anteile der Firma und schlug mit dem Gründer ein. Nach der Show konnten sich Investor und Gründer jedoch nicht auf die Verteilung der Anteile verständigen – und vertagten die Verhandlungen.

Foto: Findpenguins

Foto: VOX / Höhle der Löwen