Perdoo-Gruender

Versprechen mehr Motivation für Mitarbeiter und Manager: die Perdoo-Gründer Henrik-Jan van der Pol und Jonathan Morrice (von links)

Ende der Neunzigerjahre führte Google die sogenannte OKR-Methode (Objectives and Key Results) ein. Das System hatte sich davor bereits bei Intel bewährt und verfolgt das Ziel, die Produktivität der Mitarbeiter zu erhöhen.

Gelingen soll das, indem für jede Person im Unternehmen, vom Praktikanten bis zum Manager, für einen bestimmten Zeitraum Ergebnisse (Key Results) festlegt werden. Die könnten zum Beispiel lauten: „Umsätze im dritten Quartal 2016 um mindestens 20 Prozent erhöhen“. Und das muss gelingen, um ein übergeordnetes Ziel (Objectives) zu erreichen. Etwa: „In den nächsten zehn Jahren Marktführer in Deutschland werden“.

Hintergrund ist, dass unproduktive Mitarbeiter Unternehmen viel Geld kosten, mehrere hundert Milliarden US-Dollar sollen es allein in den USA sein. Im Silicon Valley ist die OKR-Methode daher inzwischen eine feste Größe, Unternehmen wie LinkedIn oder Zynga nutzen entsprechende Tools. Nun bietet auch Perdoo, ein Berliner Startup, eine OKR-Software an.

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Die Funktionsweise: Erste Ziele definiert zunächst das Management. Später seien die Beschäftigten mit involviert, wie Perdoo-Mitgründer Henrik-Jan van der Pol erklärt:. „Im Idealfall kommt dann etwa die Hälfte der Ziele von oben, die andere Hälfte von den Beschäftigten selbst.“ Jeder Mitarbeiter trägt Arbeitsfortschritte in seinen Account ein, zum Beispiel die Zahl der Neukunden, die er geworben hat. In Zukunft sollen durch eine Salesforce-Anbindung die Leistungen eines Sales-Mitarbeiters automatisch in Perdoo eingespeist werden. Sämtliche Einträge sind für alle Kollegen sichtbar: „So sehen die Leute, wo sie stehen und wie sie ins Gesamtbild passen“, sagt van der Pol.

Ab wann hat ein Mitarbeiter sein Soll also erfüllt? Bei Google erreichten Beschäftigte typischerweise 60 bis 70 Prozent ihre Ziele, erklärt van der Pol. 100 Prozent würden dagegen bedeuten, dass die Ziele zu niedrig angesetzt gewesen seien.

Perdoo, 2014 in Berlin gegründet, hat nach eigenen Angaben mehr als 150 Kunden, darunter die Anwaltskanzlei Allen & Overy und das Umzugsstartup Movinga. Vor Kurzem investierte der Berliner Company Builder Makers in Perdoo – wie viel, wollen van der Pool und Mitgründer Jonathan Morrice nicht verraten.

Ein weiteres europäisches Unternehmen, das eine OKR-Software anbietet, ist das estländische Weekdone. Einer der bekanntesten Anbieter ist das US-amerikanische BetterWorks, in dem Perdoo seinen Hauptkonkurrenten sieht. Van der Pol erklärt, seine Software punkte im Vergleich zu BetterWorks durch Einfachheit und flexible Vertragslaufzeiten. Zudem beschränke sich BetterWorks vor allem auf die Fortune-Global-500-Unternehmen, während Perdoo mit seiner Lösung auch kleinere Unternehmen bedienen wolle.

Bild: Perdoo