Die Pijajo-Gründer John Nitschke und Jan-Martin Josten (rechts)

Das Geschäft mit dem Messegeschäft

John Nitschke und Jan-Martin Josten kennen das Geschäft. Während des Studiums arbeiteten sie als Hosts für Messeauftritte von Unternehmen wie LG oder Daimler. Die Jobs vermittelten ihnen Event- oder Promotionagenturen – deren Organisation beide als besonders umständlich empfanden. „Man telefoniert, mailt, schickt sich Verträge und Rechnungen per Post zu“, erinnert sich Nitschke. „Der administrative Aufwand ist enorm.“

Mit ihrem Startup Pijajo (www.pijajo.com) wollen Nitschke und Josten den Papierkrieg bei Messeagenturen befrieden. Sie haben ein Onlinetool für die Personalverwaltung von Agenturen entwickelt, das auf kurze Einsatzzeiten und wechselnde Einsatzorte spezialisiert ist. Auftraggeber und -nehmer sollen darüber Verträge und Rechnungen abwickeln können, außerdem soll den Agenturen Events jeweils passendes Personal vorgeschlagen werden. Später soll das Tool auch digitalisierte Schichtpläne und automatisierte Gehaltsabrechnungen beherrschen.

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Den Plan fassten Nitschke und Josten vor zwei Jahren, im August 2012 bekamen sie dafür eine erste Förderung durch das Exist-Gründerstipendium: 100.000 Euro. Eine Anschlussförderung in Höhe von 385.00 Euro haben die beiden Gründer jetzt an Land ziehen können: Das Land Berlin hat über die landeseigene Investitionsbank IBB eine Frühphasenfinanzierung vergeben. Am 25. September genehmigte der Senat die Summe. Nach Angaben der Gründer könnte schon bald eine größere Finanzierungsrunde folgen: 900.000 Euro auch von privaten Investoren stünden in Aussicht.

Mit der aktuellen Fördersumme will Pijajo ein eigenes Büro beziehen und das Team vergrößern: Von derzeit fünf soll es 2014 auf elf und 2015 auf 17 Leute wachsen. Noch in diesem Jahr will das Startup in die offene Beta-Phase seiner Plattform starten. In der derzeitigen Closed-Beta-Phase nutzen drei Agenturen „mit jeweils mehreren tausend Hosts und Hostessen“ das Tool, so Gründer John Nitschke.

Agenturen, die das Angebot von Pijajo nutzen, sollen einen gewissen Prozentsatz des Auftragswert an die Plattform abführen. Solche nutzungsabhängigen Gebühren hält Nitschke für fairer als einen gleichbleibenden Betrag – „weil das Agenturgeschäft sehr wechselhaft und saisonabhängig ist“.