Edeka

Cooler Typ mit Plakat. Ganz viel Polizei. Der Stoff aus dem Viral-Hits sind.

Als in Hamburg gestern Abend so langsam die G20-Hölle losbrach, spazierte ein Mann seelenruhig mit einem selbstgebastelten Schild durch die Frontlinie zwischen Demonstranten und Polizisten. Er sei Anwohner, stand darauf. Und er wolle nur mal schnell zu Edeka.

Es dauerte nicht lange, da wurde der bis dahin Unbekannte zu einem Star in den sozialen Netzwerken. Cool mit Dreitagebart, Freizeithemd und Sonnenbrille, im Hintergrund die martialischen Polizisten – so etwas kommt an. Dazu noch dieser lakonische Spruch, der daran erinnert, dass das ganz normale Leben trotz des G20-Wahnsinns irgendwie weitergeht.

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Aber war da nicht etwas? Edeka? Die Supermarktkette ist in den vergangenen Monaten durch virale Werbung aufgefallen. Da ging es um eine geschickt inszenierte Auseinandersetzung mit der Konkurrenz von Lidl, das Video „Happy End für Eatkarus“ oder ein Posting, das Toilettenpapier mit Zuckerwatteduft mit dem Spruch „Es war noch nie leicht, einen süßen Arsch zu bekommen“ und einem Einhorn bewirbt.  Die Werbeagentur Jung von Matt hat also schön häufiger bewiesen, dass sie in der Lage ist, Viral-Hits für Edeka und andere Kunden zu produzieren.

Inzwischen meldete sich auf Facebook der Comedian André Kramer und behauptet, er sei der Schildträger gewesen. Keine schlechte Werbung für seine anstehende Tournee. Ob die Edeka-Agentur Jung von Matt auch an der Plakataktion während der G20-Demo beteiligt war, ließ sich nicht klären. Die Hamburger Werber befinden sich derzeit im Sommerurlaub. Das Büro ist geschlossen und ans Telefon geht nur ein Anrufbeantworter. Eine Sprecherin, die derzeit an der Nordsee weilt, wollte sich nicht dazu äußern.

Dafür hat Edeka das virale Werbe-Potential erkannt und vor diese Fotomontage auf der eigenen Facebookseite veröffentlicht: