Playbrush will kleine Kinder spielerisch zur richtigen Zahnpflege bewegen

„Mama, ich will nicht Zähne putzen!“ Selbst wer keine eigenen Kinder hat, kann sich sicherlich lebhaft daran erinnern, wie lästig die tägliche Zahnpflege als Kind war. Zum Zahnarzt zu gehen bleibt für viele Erwachsene unangenehm. Ein Startup aus Österreich will Pflege und Spiel nun kombinieren und so bei seinen Kunden für gesunde Zähne sorgen.

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Paul Varga, studierter Biotechnologe, arbeitete zuletzt für einen Early-Stage-Investor, als ihm durch sein vierjähriges Taufkind die Idee zu Playbrush kam. Die Mutter des Kleinen konnte ihn einfach nicht zum Zähneputzen bewegen. Schließlich stellte sie dem Jungen ein Smartphone mit Videos ans Waschbecken. Das hielt ihn zwar im Bad, die Zahnbürste aber steckte unbewegt im Mund, während er auf den Bildschirm starrte.

Playbrush ist ein elektrischer Aufsatz, der auf jede Zahnbürste gesetzt werden kann. Er vermittelt die Zahnputzbewegungen via Bluetooth an ein Smartphone oder Tablet, wo Videospiele für Kinder laufen. Mit den Bewegungen der Zahnbürste wird das Spiel gesteuert. Um im Spiel erfolgreich zu sein, muss die Zahnbürste einmal durch den ganzen Mund bewegt werden – und das nicht zu schnell.

Zirka ein Jahr hat es von der Idee zum fertigen Produkt gedauert. Seit Weihnachten gibt es Playbrush online für 50 Euro pro Stück zu kaufen. Die Webseite ist neben Deutsch bereits auf Spanisch, Französisch und Englisch verfügbar; ein paar tausend Stück hat das Team bisher überwiegend in Deutschland verkauft. Im Sommer soll das Gerät in den stationären Handel kommen, Gespräche mit Verkäufern in der Dach-Region laufen laut Startup bereits.

Die Gründer Matthäus Ittner, Paul Varga und Tolulope Ogunsina (von links)

Für das Unternehmen arbeiten neun Mitarbeiter in Wien und London. Ein Business Angel hatte anfangs eine kleinere Summe investiert. Dann sammelte Playbrush über Kickstarter 55.000 Euro ein, weiterhin steckten Runtastic- und Shpock-Investor Hansi Hansmann und der VC Speedinvest im Herbst 700.000 Euro in das Unternehmen.

Eine Studentin der Zahnmedizin, die Playbrush zufällig entdeckt hat, führt demnächst eine Studie an der Universität Wien durch – sie will die Nützlichkeit des Gerätes in ihrer Diplomarbeit testen. Kinder, die mit und ohne Playbrush Zähne putzen, werden ein halbes Jahr lang auf ihren Zahnbelag überprüft. Das soll zeigen, ob das Zahnputz-Spielzeug wirklich zu saubereren Zähnen bei Kindern führt. Für die Studie stellt Playbrush die Geräte zur Verfügung, beteiligt sich sonst nach eigenen Aussagen aber nicht weiter.

Paul Varga ist sich jedenfalls sicher, dass er mit seiner Erfindung Kindern und Eltern weltweit einen Gefallen tut.

Bild: Getty / Jessica Peterson