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Wer mit seiner App sehr viel Geld verdienen will, sollte sie verschenken. Nintendo zeigt mit seiner neuen Spiele-App Pokémon Go eindrucksvoll, wie sich kostenlose Software und ein In-Game-Shop zu einer erfolgreichen Geldmaschine kombinieren lassen.

Dabei stehen dem Spieler beim Start alle notwendigen Inhalte zur Verfügung. Einnahmen generiert die App allein durch ungeduldige User. Sie können das Hochleveln ihrer Tierchen mit Echt-Geld beschleunigen und sich Spielinhalte hinzukaufen. Der Branchenanalyst ZhugeEX schätzt, dass Pokémon Go so allein bei iOS-Usern in Nordamerika in der vergangenen Woche 1,6 Millionen US-Dollar verdient hat – und das pro Tag. Android-Spieler und andere Regionen wie Europa und Asien sind damit noch gar nicht berücksichtigt.

Dabei generieren sich die Einnahmen weniger durch hohe Zahlungen von Einzelkunden als vielmehr durch die schiere Masse an neuen Spielern. Bereits auf fünf Prozent aller Android-Smartphones in den USA sei die App installiert, berichtet Similarweb.com. Pokémon Go wird dort voraussichtlich bald die Zahl der täglich aktiven Nutzer von Twitter übersteigen.

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Beeindruckend ist neben der rasanten Verbreitung auch die Intensität, mit der die Spieler die App nutzen. 60 Prozent der User, die die App herunterladen, spielen sie auch. Durchschnittlich 43 Minuten pro Tag verbringen sie mit dem Fangen von Pokémons. Fast so viel Zeit wie bei Instagram und Snapchat zusammen.

Dabei bindet die App auch viele Nutzer an ihre Fantasy-Welt, die sich in den letzten Jahren wenig für die kleinen, bunten Monster interessiert haben. Seit dem Start der App haben sich die Suchanfragen für „Pokémon“ bei Google mehr als verdreifacht.

Nintendo selbst hatte lange gezögert, Spiele für Smartphones zu entwickeln, berichtet Spiegel Online – aus Furcht, den eigenen Spielekonsolen die Kundschaft zu stehlen. Der Spieleentwickler geriet dadurch bei seinen Anlegern zunehmend in die Kritik. Der Aktienkurs fiel deshalb im vergangenen Jahr zeitweise um ein Drittel.

Zusammen mit der auf Augmented Reality spezialisierten, ehemaligen Google-Tochter Niantic hat Nintendo nun den Schritt auf das kleine Display gewagt und seine Aktionäre zumindest kurzfristig glücklich gemacht. Der Börsenkurs schoss seit dem Start der App in die Höhe.

Dabei ist die App bisher erst in den USA, Australien und Neuseeland verfügbar. In Europa soll Pokémon Go erst in Kürze in die Stores kommen.

Bild: NamensnennungWeitergabe unter gleichen Bedingungen Bestimmte Rechte vorbehalten von DocChewbacca