Murat Akbulut-auf der Eat_Style Okt2015

Popcornloop-Erfinder Murat Akbulut

Als Murat Akbulut in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ auftrat, brauchte er dringend Geld. Kurz vorher war dem Erfinder der Popcorn-Maschine Popcornloop klar geworden, dass sein Produzent ihn betrogen hatte. Die Anzahlung war weg, aber es waren nur wenige Popcornloops fertig. Auch die Qualität ließ zu wünschen übrig, erinnert sich Akbulut im Gespräch mit Gründerszene.

Schon in den drei Jahren zuvor musste der ehemalige LKW-Fahrer für sein Produkt kämpfen. Nachdem er seinen Job verlor, nahm er einen Kredit auf. „Als ich mit Popcornloop anfing, war mein Schlafzimmer mein Büro und das Wohnzimmer das Lager“, erzählt Akbulut.

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Da kam die Marketingwirkung und eine eventuelle Beteiligung der Löwen gerade recht. In der Show verlangten Teleshopping-Moderatorin Judith Williams und Reiseunternehmer Vural Öger für 80.000 Euro 35 Prozent und pro verkauftem Produkt ein Euro – bis das Investment wieder drin ist. Der Gründer ließ sich nach kurzem Handeln auf das Angebot ein. „Ich warte mein Leben lang auf so ein Produkt“, schwärmt Williams in einem Hintergrund-Video der Show.

Im März 2016 hielten Vural Öger und Judith Williams jeweils noch rund 17 Prozent an Popcornloop. Der Reiseunternehmer zog sich bereits im Dezember 2015 aus der Gründer-Show zurück, zwei seiner Reiseunternehmen mussten Insolvenz anmelden. Mittlerweile habe Vural Öger seine Anteile auf eigenen Wunsch an sie abgetreten, bestätigt Williams.

Das sind die 26 geplatzten DHDL-Deals der ersten beiden Staffeln

Williams hingegen ist noch immer begeistert von Popcornloop: Im Juni dieses Jahres investierte sie erneut Geld, dieses Mal mit dem Medienmanager Georg Kofler. Zusammen übernahmen die beiden die Mehrheit an Popcornloop, ihr gemeinsamer Anteil beträgt nun rund 80 Prozent. „Um noch schneller wachsen zu können und Murat Akbulut den Rücken frei zu halten, haben wir unser Engagement in Popcornloop weiter erhöht“, begründet Williams diese Entscheidung.

Von Popcornloop heißt es, das Unternehmen habe aufgrund der starken Nachfrage mehr Kapital benötigt. Seit September 2015 seien 100.000 Popcorn-Macher verkauft worden. Außerdem produziere man vorab und gehe so in Vorleistung – was viel Geld koste. 2016 will Popcornloop etwa eine Million Euro umsetzen.

Leicht sei die Situation für das Nürnberger Unternehmen jedoch noch immer nicht. „Es ist weiterhin schwierig, an große Handelsketten zu kommen, da viele Händler eine strikte Lieferantenpolitik verfolgen“, erklärt Güngör Yakup, Logistik- und Produktmanager bei Popcornloop. Dennoch seien neue Produkte wie Gewürzmischungen geplant.

Vielleicht hilft die Initiative eines weiteren Löwen: Unternehmer Ralf Dümmel habe Mitte Juli eine große Stückzahl Popcornloops bestellt, heißt es vom Unternehmen. Dümmel habe sein Interesse an dem Produkt geäußert, der Deal habe nichts mit der „Die Höhle der Löwen“ zu tun.

Judith Williams über DHDL: „Ich wollte am Anfang überhaupt nicht mitmachen“

„Ich wollte am Anfang überhaupt nicht mitmachen“

Im August zeigt Vox die dritte Staffel von „Die Höhle der Löwen“. Seit Beginn dabei: Teleshopping-Queen Judith Williams. Wir trafen die Unternehmerin in Hamburg.

Bild: Popcornloop