Axel Springer Digital Ventures, der Wagniskapitalarm des gleichnamigen Medienhauses, und Porsche Digital werden in Berlin einen neuen, gemeinsamen Startup-Accelerator aufbauen. Ziel ist es, in Startups in der Gründungsphase zu investieren. Der Accelerator soll im Frühjahr 2018 seinen Betrieb aufnehmen und ist nach Angaben der beiden Initiatoren offen für weitere Partner.

Folge NGIN Mobility auf Facebook!
Der 2013 gestartete Accelerator Axel Springer Plug and Play, ein Joint Venture zwischen Axel Springer Digital Ventures und dem Plug and Play Tech Center, hat bereits in mehr als 100 Portfoliounternehmen investiert. Er wird künftig nicht mehr neu investieren und sich um die Pflege der bestehenden Unternehmen kümmern – etwa bei neuen Finanzierungsrunden unterstützen oder mögliche Exits vorbereiten.

Ulrich Schmitz, Managing Director bei Axel Springer Digital Ventures, will sich mit dem bestehenden Team aus Jörg Rheinboldt und  Frauke Mispagel nun auf neue Projekte konzentrieren. „Mit Porsche Digital verbindet uns die Konsequenz bei der digitalen Transformation und die Offenheit für neue Geschäftsmodelle“, erklärte Schmitz. „Mit dem neuen Joint Venture suchen wir Themen, die über unsere eigene Industrie als Medienunternehmen hinausgehen.“ Als Beispiel nennt Schmitz gegenüber Gründerszene das Connected Car, also das mit dem Netz verbundene Auto.

Anzeige

Industrieübergreifendes Ökosystem

Auch Porsche setzt neue Akzente und will seinen Fokus von der Mobilität in Richtung Lifestyle öffnen, wie eine Unternehmenssprecherin erläuterte. „Wir wollen eng mit Gründern zusammenarbeiten, um digitale Innovationen schnellstmöglich gemeinsam umzusetzen“, erklärte Thilo Koslowski, Geschäftsführer von Porsche Digital. Der Autohersteller will ein industrieübergreifendes Ökosystem aufbauen, das Startups in der frühen Phase hilft, ihre Ideen zu entwickeln.

Wohin die Reise für Porsche geht, zeigt das Pilotprojekt „Passport“ – eine Sportwagen-Flatrate. Teilnehmer des Programms können – zunächst in der US-Metropole Atlanta – gegen eine monatliche Gebühr von derzeit 2.000 US-Dollar (1.700 Euro) acht und für 3.000 Dollar (2.500 Euro) bis zu 22 Modellvarianten on Demand nutzen. Nutzer erhalten über eine mobile App flexiblen Zugriff auf Porsche-Fahrzeuge.

Investment in Smart-Living-Startup

Als weiteres Beispiel für den neuen Fokus des Autoherstellers nennt Porsche-Sprecherin Tanja Deutschenbaur das Investment in das Smart-Living-Startup „home-IX“. Die Gründer arbeiten an einer neutralen Schnittstelle für Smart-Home-Anwendungen. Sie wollen das vernetzte Zuhause, das Fahrzeug, mobile Endgeräte und digitale Assistenten miteinander verbinden.

Mit der neuen Kooperation verfügt Porsche über zwei Innovationsstandbeine in Berlin. Neben Porsche Digital betreiben die Stuttgarter im ehemaligen Osthafen an der Stralauer Allee ihr Digital Lab. Unter der neuen Doppelspitze von Anja Hendel und Mahdi Derakhshanmanesh sollen dort IT-Produkte vorentwickelt werden, die innerhalb des Konzerns genutzt werden können. Porsche Digital verfügt über weitere Innovationsbüros in Tel Aviv und im Silicon Valley

Hinweis: Axel Springer ist Gesellschafter der Vertical Media GmbH, dem Medienhaus von Gründerszene. Weitere Informationen zur Vertical Media GmbH gibt es hier: www.vmpublishing.com.

Bild: Getty Images /Cindy Ord