Unterstützt Outfittery als Praktikantin: Shanice Heuzeveldt.

Sie arbeiten dort, wo man sie nicht wirklich sieht. Die meisten anderen Startups oder Nutzer kennen ihre Namen nicht. Sie sind nicht unbedingt die Highlights bei Konferenzen und man findet ihre Fotos nicht auf der ersten Seite von Magazinen. Und trotzdem, ohne sie würden die Dinge oft nicht so laufen, wie Gründer es sich erhoffen. Sie sind smart und hungrig. Sie sind Praktikanten.

„Ich wollte einfach nicht in der Schweiz bleiben“

VentureVillage, das englischsprachige Schwestermagazin von Gründerszene, sprach mit Shanice Heuzeveldt (21), die als Praktikantin bei Outfittery arbeitet. Ursprünglich kommt sie aus der Schweiz, ihre Eltern aus den Niederlanden. Sie unterstützt das holländische Team im Berliner Büro, das das erste fremdsprachige Team bei dem Online-Herrenausstatter ist.

Nachdem sie fertig mit der Schule war, sah Shanice sich nach einem Praktikum in der Modewelt um. „Ich wollte einfach nicht in der Schweiz bleiben“, sagt sie. Als sie auf das Angebot von Outfittery aufmerksam wurde, bewarb sie sich direkt und hatte nur drei Wochen später ihren ersten Tag im Office in Berlin.

Sich auf dem Immobilienmarkt der deutschen Hauptstadt zurechtzufinden, ist bekanntermaßen knifflig. Shanice kontaktierte eine Freundin und konnte glücklicherweise bei ihr einziehen. Heute lebt sie nur zehn Minuten von ihrem Arbeitsplatz entfernt. „Das kam mir wirklich gelegen“, lächelt die 21-Jährige.

Spannende Einblicke und Platz für eigene Ideen

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Als Styling-Assistentin erhält sie spannende Einsichten in den Job und kommt ihren Team-Kollegen zur Hilfe, wann immer sie kann. „Ich habe noch nie für irgendwen Kaffee gemacht“, betont sie. Ihre Freunde berichten von Praktika in Startups, im Laufe derer Angestellte gefeuert wurden, die günstigen Arbeitskräfte jedoch gehalten wurden. Diese Gefahr sieht Shanice bei Outfittery nicht. Dieses Gefühl der Sicherheit könnte auch daher kommen, dass das junge Unternehmen erst im Februar 13 Millionen Euro eingesammelt hat.

Ein Teil von etwas zu sein motiviert die junge Schweizerin. „Jeder im Team glaubt an das, was wir hier machen. Zusammen arbeiten wir an einer großen Idee. Aber auch für kleine Ideen gibt es genug Platz“, erklärt Shanice. Alles, was man tun muss, ist, in das Büro eines Supervisors zu marschieren, die Idee zu pitchen, das Okay zu kriegen und loszulegen, sagt sie.

Ihre Eltern betreiben ein Unternehmen in der Old Economy, doch Shanice ist dankbar, einen Blick in die New Economy werfen zu können und in Zukunft das beste aus beiden Welten zusammenbringen zu können. „Nach meinem Studium möchte ich gerne mein eigenes Business starten“, erzählt Shanice VentureVillage. Um was genau es sich dabei drehen wird, muss allerdings noch entschieden werden.

„Diese Stadt ist anders als andere Orte“

Neben der Arbeit in einem motivierten Team und der Chance, Einfluss auf dessen Entwicklung nehmen zu können, ist es auch angenehm, dass das Praktikum entlohnt wird. Shanice weiß, dass sie sich damit in einer komfortablen Lage als andere Praktikanten befindet. Mit einer kleinen Unterstützung durch ihre Eltern lässt es sich dadurch gut in Berlin leben, fügt sie hinzu.

„Diese Stadt ist anders als andere Orte. Du kannst machen, wozu du Lust hast – besonders im Bezug auf Mode. Du wirst nicht verurteilt und bekommst auch keine bösen Blicke zugeworfen, wenn du dich nicht wie der Mainstream kleidest“, erklärt Shanice. Berlin ist voll internationaler Leute und viele ziehen in kurzen Zeitabschnitten nach Berlin und wieder aus. Das könnte ein weiterer Grund für das multikulturelle Stadtbild sein.

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A propos Mode: Seit dem Beginn ihrer Arbeit geht die Praktikantin viel weniger shoppen. „Den ganzen Tag von Klamotten umgeben zu sein, bringt mich dazu, nach dem Feierabend andere Dinge sehen zu wollen“, gibt sie zu.

Berlin bietet so viel Tolles, das es zu entdecken gibt. Auch deswegen will Shanice nach ihrem Studium in Fashion and Branding in Amsterdam in die deutsche Hauptstadt zurückkehren, denn: „In der Schweiz gibt es nicht so viele Startups. Berlin ist in dieser Hinsicht viel attraktiver für junge und kreative Menschen.“

Foto: Outfittery; Dieser Artikel erschien ursprünglich in englischer Sprache auf VentureVillage. Ins Deutsche übersetzt von Marie Gracher.