Am laufenden Band beweisen, wer der Beste ist

Um die Wartezeit für das Praktikumsvisum zu überbrücken, legte Daniel noch eine Zwischenstation beim Rocket-Venture Helpling ein, bevor er schließlich den Weg Richtung US-Westküste antrat. Dort angekommen berichtet uns Daniel von seinen ersten Eindrücken: „Mein persönlicher Eindruck vom Valley ist, dass die Leute hier total offen und freundlich sind. Es ist egal, welche Uni man besucht hat oder welches der letzte Job war. Hier kommt es nur auf Fokus, Fleiß und Hingabe zum Produkt an!“

Im Valley kommen Menschen aus der ganzen Welt zusammen. Menschen, die laut Daniel nicht durch Geld motiviert sind, „sondern wirklich die Welt verändern wollen. Sie wollen einfach zeigen, wie smart sie sind und das nicht nur einmal. Einmal kann jeder Glück haben. Diese Leute wollen am laufenden Band beweisen, dass sie die Besten sind. Hier gibt es eine Art Sprichwort: Once you’re lucky, twice you’re good. Und hier will niemand als lucky bezeichnet werden!“

Ein Praktikum im Valley: „Bei Apple und Tesla arbeiten die Praktikanten auch zehn Stunden am Tag.“

Einen richtigen Arbeitsalltag hat Daniel bei 650 Labs eigentlich nicht. Er unterstütze Gründer Zawacki in allen Angelegenheiten, die dringend seien. Das könne Recherchen zu Unternehmen, Events oder potentiellen Geschäftspartner beinhalten, aber auch die Weiterentwicklung des Labs, erzählt Daniel. „Außerdem unterstütze ich die Konzern-Teams bei der Entwicklung einer Strategie, nehme an externen Meetings teil und bin bei Vorlesungseinheiten dabei, in denen wir die Konzerne zu Themen wie Lean Startup oder Design Thinking schulen.“

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Seinen Chef Mark Zawacki, häufig selbst Speaker oder Moderator bei Konferenzen und selbst Angel Investor, bezeichnet Daniel als Mentor. „Durch die Zusammenarbeit mit ihm lerne ich ständig neue Leute kennen – Leute, die im Vorstand riesiger Konzerne sitzen oder selbst schon erfolgreich gegründet haben. Im Mai bekomme ich außerdem die Chance, Mark im Zuge eines unserer Projekte nach Sydney zu begleiten!“

Dass Daniel im Schnitt zehn Stunden am Tag arbeitet – und mehrfach wöchentlich Startup-Events in der Gegend besucht – stört ihn keineswegs. „Ich habe hier viele andere Praktikanten getroffen, von Apple oder Tesla zum Beispiel – die arbeiten auch so viel. Aber wenn man etwas tut, was man wirklich gerne macht, ist es keine wirkliche Arbeit.“

Das angenehme Klima und die Nähe zu San Francisco tun zu dieser Einstellung sicher auch ihr Übriges. Nach dem Jahr im Silicon Valley würde Daniel gerne selbst gründen, in Kalifornien, London oder Berlin. Die ideale Idee muss sich noch herauskristallisieren und ein Co-Founder will gefunden werden. „Genügend Andeutungen, mich länger an das Unternehmen zu binden, hat mein Chef jedenfalls schon gemacht“, sagt Daniel und fügt hinzu: „Mal sehen, was die Zukunft bringt.“

Bild: Daniel Tyoschitz

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