Die Presono-Gründer Martin Luftensteiner, Hannes Freudenthaler, Martin Behrens (v.l).

Es ist kurz vor einer wichtigen Kundenpräsentation – und neue Zahlen trudeln ein. Folie für Folie müssen Tabellen und Grafiken aktualisiert werden. Jede Seite muss einzeln geändert werden – auch wenn das gleiche Element mehrere Male verwendet wird. Das kostet Zeit.

Eine Software-Schmiede aus Linz will das ändern. Presono soll die Erstellung und Verwaltung von Präsentationen vereinfachen. Mit einem Klick werden Slides auf den neusten Stand gebracht. Die Änderungen sind sofort für alle Nutzer sichtbar.

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Möglich mache das eine zentrale Datenverwaltung, erklärt Martin Behrens, einer der drei Gründer. Sie sei das Herzstück der webbasierten Software, mit der die Österreicher den Marktführer Microsoft angreifen wollen.

Doch kann das gelingen? Der Markt ist stark umkämpft und Presono längst nicht das erste Unternehmen, das versucht, den IT-Riesen und sein Produkt Powerpoint zu verdrängen. Apple liefert mit Keynote eine kostenlose Alternative, Google Präsentationen und Prezi sind ebenfalls auf den Markt gedrängt. Bislang allerdings ohne durchschlagenden Erfolg: Noch immer beherrscht Microsoft mit seiner Office-Version das Geschäft.

Angriff auf den IT-Riesen

Trotzdem glaubt Behrens an den Erfolg seines 2015 gegründeten Unternehmens. Geld verdienen wollen die Gründer durch eine jährlich anfallende Lizenzgebühr. Deren Höhe liege im vierstelligen Bereich und richtet sich laut Behrens nach der Unternehmensgröße des Kunden. Für die Nutzer fallen außerdem Kosten für die Erstinstallation an. Bestellt werden kann die Software derzeit nur über die Webseite von Presono. Außerdem bastelt das 14-köpfige Team an einer Version für kleine Unternehmen und Privatnutzer. Sie soll 2018 auf den Markt kommen. Ähnlich wie bei anderen Cloud-Modellen zahlen Käufer voraussichtlich eine monatliche Gebühr zwischen 5 und 20 Euro.

Bei der Entwicklung soll eine Finanzspritze helfen: In ihrer ersten Investmentrunde diesen April haben die Gründer für ihr Unternehmen eine Million Euro eingesammelt. Unter den Geldgebern ist beispielsweise HMG, ein Investmentarm von Günther Helm, dem Chef des großen österreichischen Discount-Supermarkts Hofer. Zuvor habe man sich überwiegend durch Probekunden finanziert, so Behrens.

Aus dem Italienischen übersetzt heißt Presono übrigens so viel wie „ich bin die Präsentation“. Der Name sei allerdings Zufall, so Behrens, „entstanden mithilfe eines Online-Generators“. Erst nachträglich habe ein Kunde ihn auf den italienischen Wortstamm und dessen Bedeutung aufmerksam gemacht.

Bild: Werner Harrer