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Ein paar Cent zahlen Studenten an den meisten staatlichen Universitäten für eine ausgedruckte Seite. Das mag im Vergleich zu einigen Copyshops sehr wenig sein, läppert sich aber. Spätestens wenn das dicke Skript zur Finanzwirtschaft-Vorlesung ausgedruckt werden muss, die über zwei Semester ging, frisst das ein kleines Loch in den Studi-Geldbeutel.

Seit Mai bietet das Berliner Startup PrintPeter Studenten an, ihre Lernunterlagen kostenlos auszudrucken. Dafür müssen sie sich auf der Seite mit ihrer Uni-Mail-Adresse registrieren. Bezahlt wird mit den eigenen Daten, über Angaben zum Studiengang, dem Wohnort oder dem Alter. Denn den Druck der Unterlagen, die die Nutzer nach dem Upload ein paar Tage später gebunden per Post zugeschickt bekommen, bezahlen Unternehmen.

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Im Gegenzug prangt auf dem Papier deren Werbung, etwa in Form eines Banners oder einer ganzseitigen Anzeige. Durch die Angaben, die der Student zu seiner Person gemacht hat, lassen sich die Anzeigen von den Werbetreibenden einfach personalisieren: Ein Erstsemester wird anders angesprochen als ein Master-Student, Münchner finden auf ihren Unterlagen andere Angebote als Berliner. Die Auswahl der Anzeigen erfolgt automatisch. Die kostenfreie Variante ist auf ein Dokument pro Monat beschränkt. Wer die Werbung nicht mehr sehen kann, hat die Möglichkeit, werbefreie Unterlagen zu bestellen, dann kostet der Druck aber Geld.

Zu den Werbepartnern gehören nach Angaben von PrintPeter Marken wie die Deutsche Bahn oder Lieferando. Die Vorteile der Werbeform sieht Mitgründer und Geschäftsführer Cecil von Croy in der Dauer der Rezeption. So würden die Werbebotschaften mitgelernt, glaubt er.

Gründerszene

PrintPeter hat gerade eine Finanzierungsrunde abgeschlossen und dabei einen „mittleren sechsstelligen Betrag“ einsammeln können, wie das Startup mitteilt. Unter den Investoren sind Michael Brehm, ehemaliger Geschäftsführer von StudiVZ und Early-Stage-Investor. Außerdem beteiligten sich Thomas Baum und Hendrik te Neues, Geschäftsführer der Verlagsgruppe teNeues.

Mit dem Geld will sich PrintPeter vergrößern, seinen Dienst auch nach Österreich und in die Schweiz bringen. Im Mai ging die Plattform in Deutschland online. Seitdem sollen sich über 50.000 Studenten registriert haben, so von Croy. 15 Leute arbeiten für das Berliner Startup, das von Croy zusammen mit Karl Bagusat sowie den Ex-Food-Express-Managern Maximilian von Waldenfels und Benjamin Pochhammer gegründet hat.

PrintPeter konkurriert unter anderem mit Freiskript aus Frankfurt am Main und Spitzenstudent aus Dresden. Auch hier wird mit werbefinanzierten Drucken um Studenten geworben. RevoPrint verzichtet dagegen auf eine solche Zielgruppe. Firmenlogo oder Werbebanner von Sponsoren stehen hier bei jedem Ausdruck in der Kopfzeile des Papiers. Ein hochgeladenes Dokument wird an den nächstgelegenen Copyshop übermittelt, gedruckt und dort vom Kunden abgeholt. Unterstützt wird RevoPrint vom Technologie- und Gründerszentrum InnoWerft, an dem auch SAP beteiligt ist.

Artikelbild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Universität Salzburg (PR); Bild unten: PrintPeter