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Das internationale Gründerteam von Productive Mobile: Parag Majumdar (links), Anthony Hsiao und Yann Le Gouic

SAP, IBM und Co. fürs Smartphone

Kassensysteme fürs Smartphone, Bücher fürs Tablet, Dating via App. Wo man nur hinsieht, alles ist mobil oder soll es zumindest bald werden. Das Berliner Startup Productive Mobile will auf diesen Trend aufspringen und nimmt fimeninterne Anwendungen ins Visier: Die Macher des Jungunternehmens wollen es Firmen ermöglichen, interne Web-basierten Anwendungen wie Intranet, CRM- und ERP-Systeme oder Lieferantenportale schnell, einfach und datensicher mobilfähig zu machen.

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Firmeninterne Systeme für mobile Geräte zu optimieren ist jedoch für gewöhnlich sehr komplex, zeitaufwändig und kostspielig, da solche Applikationen meist organisch gewachsen und auf individuellen Firmenbedürfnisse zugeschnitten sind. Productive Mobile will dieses Problem mittels seiner „Transformation Engine“ lösen und ohne, dass bestehende Systeme verändert oder neu programmiert werden müssten: „Unsere Technologie sitzt sozusagen oben auf dem bestehenden System drauf und macht das User Interface mobilfähig“, erklärt Mitgründer Anthony Hsiao gegenüber Gründerszene. Dabei sei das Tool von Productive Mobile von Plattform und Anbieter unabhängig, selbst maßgeschneiderte Anwendungen könnten für Mobile optimiert werden.

Das Jungunternehmen, das derzeit an seiner Private Beta arbeitet, verspricht, dass sich solche „Mini-Apps“ mit ihrer Technologieplattform innerhalb von nur Minuten oder Stunden generieren lassen sollen. Der Markteintritt ist nach eigenen Angaben für die erste Jahreshälfte 2015 geplant. Um sein Produkt nun zur Marktreife zu führen, hat sich Produktive Mobile einen niedrigen sechsstelligen Euro-Betrag von Stephane Lopes und Francisco Garcia, den Gründern des Angel-Netzwerks Invest Privé, gesichert. Zudem ist eine Seed-Runde für Anfang 2015 geplant.

Internationales Team mit großen Ambitionen

Der Fokus solle zunächst auf Deutschland und Frankreich liegen, danach wolle man weitere europäische Länder erschließen, erklärt Hsiao. Auch den asiatischen Markt ziehe das Startup „sehr stark in Betracht“, sagt Hsiao – nicht zuletzt weil er persönlich asiatische Wurzeln habe und das Gründerteam bereits in Indien zusammengearbeitet hat.

Mit ihrem Ansatz sind Productive Mobile allerdings nicht die einzigen: Die zwei US-Unternehmen Capriza und StarMobile sind direkte Wettbewerber. Von diesen wolle sich das Berliner Startup vor allem dadurch abgrenzen, dass es Datensicherheit in den Vordergrund stelle.

Productive Mobile wurde von dem Franzosen Yann Le Gouic, dem gebürtigen Berliner chinesischer Herkunft Anthony Hsiao und dem Inder Parag Majumdar gegründet. Das Startup, dass es in die erste Gründerklasse des Microsoft Ventures Accelerators schaffte, hat für die Zukunft große Pläne: „Wir haben hier in Europa sehr wenige starke Tech-Firmen und sind fast komplett von den USA abhängig. Unser Ziel ist es, eine neue, große Tech-Firma im Bereich Mobile-Technology für Europa zu starten“, so Hsiao.

Bild: Productive Mobile