Professionell Bloggen 10 Tipps

Ein Beitrag von Conni Biesalski, Reisebloggerin und Mitgründerin des Blog Camp, eines Onlinekurses rund ums professionelle Bloggen.

Zehn Tipps für professionelles Bloggen

Als professioneller Blogger ist man Chef-Redakteur, SEO-Experte, PR- und Marketing-Manager in einem. Wer Erfolg haben will, muss mehr können als nur schöne Texte schreiben. Mit viel Disziplin, Leidenschaft für das Bloggen und diesen Tipps kann es gelingen.

1. Die richtige Nische Finden

Wer darüber nachdenkt, professionell zu bloggen, hat meistens bereits ein Thema, für das er oder sie brennt. Der erste wichtige Schritt ist es nun, das Thema weit genug einzugrenzen. Das Ziel sollte sein, spezialisiert genug aufzutreten, um sich von anderen Bloggern und Online-Anbietern abzugrenzen, aber immer noch breit genug zu sein, um ausreichend Leser zu erreichen.

Ein gutes Beispiel ist das Thema Reise. Hierzu gibt es unzählige Blogs im Internet. Wer also einfach nur über Reisen schreibt, setzt sich großer Konkurrenz aus. Grenzt man das Thema aber auf Rucksackreisen ein, hebt man sich von der Masse ab und erreicht trotzdem genug Leser, um langfristig Geld mit dem Blog zu verdienen.

2. Branding, das Leserherzen höher schlagen lässt

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Branding ist das Herzstück eines jeden Blogs. Mit dem richtigen Markenaufbau macht man aus Lesern Fans, die treue Follower werden. Mit einem schönen Logo und schicken Design ist es deshalb nicht getan. Branding ist das, was in den Köpfen der Leser passiert, wenn sie an den Blog denken: Bilder, Gedanken, Assoziationen, Gefühle.

Die Blogmarke transportiert die Philosophie und die Werte hinter den Buchstaben und Bildern. Aus ihr leiten sich die Inhalte, die Art zu Kommunizieren und alle wichtigen Entscheidungen ab. Man sollte sich deshalb ausreichend Zeit nehmen, um die grundlegenden Fragen zu beantworten: Wofür steht mein Blog? Was möchte ich damit bewegen? Wen möchte ich erreichen? Wozu will ich anregen und inspirieren? Was will ich nicht sein?

3. Killer-Inhalte finden

Ein Blog ist kein Tagebuch. Langweilige Einblicke in den eigenen Alltag oder tranige Berichte über Reisen, Events oder Konzerte interessieren niemanden. Erfolgreiche Blogger schreiben zwar über Themen, die sie selbst interessieren, aber in erster Linie wenden sie sich an ihre Leser. Sie hören zu, lesen Kommentare, beobachten, welcher Beitrag oder welches Format viel Feedback von der Community erhält und entwickeln anhand dessen ihre Themen weiter. Die wichtigste Frage vor jedem Blogeintrag sollte immer sein: Stillt dieser Beitrag die Bedürfnisse meiner Leser?

4. Schreiben lernen

Die immer wiederkehrende Kritik an Bloggern lautet, dass sie nicht schreiben können. Doch das kann jeder lernen. Schreiben ist wie Mathematik. Es gibt klare Regeln, die aus einem Zahlen- beziehungsweise Wort-Wirrwarr einen sinnhaften, spannenden Artikel machen. Das wichtigste ist die Überschrift. Sie sollte möglichst klickstark sein. Das heißt, dass sie neugierig machen muss. Dann gilt es, Struktur zu schaffen!

Dieser Gastbeitrag ist beispielhaft: Er ist ganz klar gegliedert, es gibt eine aussagekräftige Überschrift und viele kleine Unterüberschriften, die den Leser durch die Textwüste navigieren. Wenn man dann noch auf kurze, aktive Sätze, wenig Füllwörter und eine lebendige Sprache setzt, ist das schon die halbe Miete.

5. Traffic-Quellen identifizieren

Das beste Branding und der schönste Inhalt taugen dem besten Blogger nichts, wenn sie nicht gefunden werden. Man braucht Traffic-Quellen, über welche die Zielgruppe den Blog immer wieder aufruft. Das sind neben Google alle sozialen Netzwerke und ganz wichtig: Der eigene Newsletter. Letzterer ist deshalb Gold wert, weil er weder von Google-Richtlinien noch Facebook-Updates abhängig ist und die Leser direkt in ihrem digitalen Postfach erreicht. Ganz wichtig: Immer auf mehrere Traffic-Quellen setzten, um nicht von einer einzigen abhängig zu sein.

6. SEO für alle!

Traffic, der über Suchmaschinen auf den Blog gelangt, lässt sich besonders gut monetarisieren. Deshalb gehört zu jedem professionellen Blog eine SEO-Strategie. Die Besucher, die über Google und Co. kommen, sind deshalb so interessant, weil sie nach etwas ganz Bestimmtem suchen. Wenn eines der ersten drei Suchergebnisse zum eigenen Blog führt und dort das gesuchte Produkt samt Affiliate-Link und ausführlichem persönlichen Testbericht erscheint – Volltreffer!

Doch nicht nur für die Monetarisierung ist SEO hilfreich. Auch für das eigene Branding ist es Gold wert. Denn wenn zu bestimmten Themen immer wieder der Blogname in den Google-Suchergebnissen erscheint, steigert das die Markenwahrnehmung.

7. Reichweite aufbauen

Reichweite ist die Währung im Internet. Je höher der Traffic auf dem Blog, desto einfacher ist es, damit Geld zu verdienen. Ich empfehle daher, mindestens 40 Prozent der Zeit in den Aufbau der Reichweite zu investieren.

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Grundlegend dafür ist regelmäßiger Content. Wer viel schreibt oder viele Videos dreht, bekommt immer wieder Klicks über die oben genannten Traffic-Quellen. Doch auch diese müssen erst mal ausgebaut werden. Dafür sollte man selbst aktiv werden und sich mit einflussreichen Bloggern vernetzten, auf deren Social-Media-Kanälen und Blogs aktiv werden und nicht zuletzt eigenen Content auf anderen Seiten veröffentlichen. Ein beliebtes Mittel hierfür sind Gastbeiträge auf anderen Blogs oder Magazinen.

8. Money, money, money: Monetarisierungs-Strategien

Die schlechte Nachricht vorweg: Die meisten erfolgreichen Blogger haben ungefähr ein Jahr oder sogar länger gebraucht, bis sie von ihrem Blog leben konnten. Wenn aber erst mal genügend Reichweite aufgebaut ist, gibt es viele Möglichkeiten, daraus Einnahmen zu generieren. Viele Blogger setzten auf Advertorials, Affiliate-Marketing und klassische Werbe-Banner.

Dazu kommen noch indirekte Einnahmen, wie zum Beispiel Beratungsaufträge oder Jobs als Journalist, Moderator, Coach et cetera. Es gibt jedoch weitere kluge Strategien, mit denen man passives Einkommen generieren kann, wie zum Beispiel kostenpflichtige Informationsprodukte.

9. Nie vergessen: Community Management

Auch wenn professionelle Blogger von ihrer Reichweite leben, ist ein Blog kein anonymer Onlineshop und genauso wenig sind die Besucher einfach nur Traffic, den es zu skalieren gilt. Als Blogger darf man nie vergessen, dass es die Community ist, die es einem ermöglicht, diesen Lifestyle zu pflegen. Man sollte sie deshalb wie die eigene Familie betrachten, dankbar und demütig sein. Es ist enorm wichtig, immer mit der Community in Kontakt zu sein, Fragen zu beantworten, auf Feedback einzugehen und jedem einzelnen Fan zu zeigen, wie wichtig er oder sie ist.

10. Verhaltenskodex für Berufs-Blogger

Viele Unternehmen klagen über unzuverlässige Blogger, die sich nicht an Absprachen und Deadlines halten. Um als Profi-Blogger ernst genommen zu werden, sollte man sich deshalb auch so verhalten. Die Grundlage für eine professionelle Zusammenarbeit mit Partnern ist ein aussagekräftiges Mediakit. PR-Agenturen und Marketing-Abteilungen können sich so einfacher einen Überblick verschaffen und beide Seiten sparen Zeit für viele E-Mails.

Doch auch, wenn es zu Kooperationsanfragen kommt, sollte man im eigenen Interesse die Sinnhaftigkeit und den langfristigen Nutzen für Leser und Unternehmen hinterfragen. Unternehmen sind oftmals noch sehr unsicher in der Zusammenarbeit mit Bloggern und dankbar für ein professionelles Gegenüber.

Diese Tipps sind ein erster Denkanstoß. Wer von Beruf Blogger werden möchte, sollte sich in alle diese Themengebiete gründlich einarbeiten. Mit ausreichend Zeit und genug Leidenschaft steht einem erfolgreichen Blog nichts im Wege.

Bild: Conni Biesalski