Ottos Hoffnungsprojekt

Erfolgreicher Start für Collins? Viel Hoffnung hatte das Hamburger Traditionsunternehmen Otto in sein im Mai gestartetes Projekt Collins gesetzt. Der neue Anlauf sollte den bislang ausbleibenden Erfolg im E-Commerce bringen, dort hatte sich der Versandkonzern schwer getan – der Zalando-Konkurrent Mirapodo oder der Shopping-Club Limango waren unter den Erwartungen geblieben. Der Druck war groß, die Vorbereitungen geheimnisvoll.

Die Mühe war offenbar nicht umsonst: Projekt Collins, zu dem die Online-Modeshops About You, Sister Surprise und Edited gehören, kann anständige Zahlen vorweisen. So verkündete Benjamin Otto, der Collins gemeinsam mit Tarek Müller, Sebastian Betz und Hannes Wieso gegründet hatte, im Interview mit der Wirtschaftswoche stolz die Umsatzzahlen für 2014. „Ein zweistelliger Millionenbetrag ist drin“, sagte Otto. „Ich weiß offen gesagt nicht, ob das vor uns jemals ein deutsches Mode-Startup so schnell geschafft hat.“

Schwarze Zahlen will Otto mit Collins jedoch erst einmal nicht schreiben: „Wir gehen von einem marktüblichen Horizont aus. Das heißt, dass wir in fünf Jahren profitabel sein wollen“, prognostiziert Otto.

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Das Projekt Collins war im Mai dieses Jahres mit einem Open-Commerce-Modell, das Ideen anderer Content-Entwickler, Developer, Marktanbieter und Händler einbindet, gestartet. Mit diesem Konzept möchte sich der Otto-Ableger von anderen E-Commerce-Händlern wie beispielsweise Zalando absondern: „Der Ansatz unseres Open-Commerce-Modells ist es, Handel zu öffnen und Dritten die Möglichkeit zu geben, eigene Ideen im E-Commerce umzusetzen – das bietet Kunden einen hohen Mehrwert, den wir als Unternehmen dauerhaft nicht umsetzen könnten“, sagte Mitgründer Sebastian Betz im Interview mit Gründerszene.

Kritiker taten Collins zunächst als x-ten Modeshop ab. Doch offenbar kam das Konzept der Hamburger besser an als gedacht: „Wir liegen in allen relevanten KPIs über Plan“, sagte Benjamin Otto bereits im September.

Mittlerweile beschäftigt Collins in Hamburg 180 Mitarbeiter.

Bild: Otto