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Deezer-CEO Axel Dauchez

Ampya geht gegen Deezer-Anteile nach Frankreich

Wie bereits seit Wochen gemutmaßt, geht der Streaming-Dienst Ampya an Deezer. Das Unternehmen der ProSiebenSat.1-Gruppe wird in Anteilen des französischen Musik-Anbieters der Odyssey Music Group bezahlt. Das Ampya-Portal, rund um redaktionelle Inhalte und News, sowie verschiedene Event-Reihen wandern unter das Dach von MyVideo. Geschäftsführer von Deezer im deutschsprachigen Raum wird Michael Krause, der die Gründung und den Aufbau von Ampya als Geschäftsführer mitverantwortete.

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Der Zeitpunkt der Verkaufs-Verkündung dürfte nicht ganz zufällig gewählt worden sein: Ampya feiert heute, am 10. Juni, seinen ersten Geburtstag. In der öffentlichen Wahrnehmung spielt Ampya nach Spotify und Deezer allerdings nur eine untergeordnete Rolle und dürfte bei Nutzerzahlen deutlich hinter Deezer und Spotify liegen. Auf etwa 400.000 registrierte Nutzer komme der Dienst, gibt ProSiebenSat.1 auf Nachfrage von Gründerszene an. Konkrete Nutzerzahlen für Deutschland – laut ProSiebenSat.1-Digital-Vorstand Christian Wegner der drittgrößte Musikmarkt der Welt – gibt weder Deezer noch Spotify an.

Weltweit soll Deezer allerdings auf etwa 16 Millionen aktive und fünf Millionen zahlende Nutzer kommen. Spotify verkündete kürzlich 40 Millionen aktive Nutzer und zehn Millionen zahlende Abonnenten. Damit spielen beide klar in einer anderen Liga als das deutsche Pendant – dessen zweiter Geburtstag nach der Übernahme nun sehr viel wahrscheinlicher ist.

Marktführerschaft in Deutschland

Das erklärte Ziel der von beiden Parteien als „Allianz“ betitelten Übernahme sei es nun, die Marktführerschaft in Deutschland zu erringen – und damit Spotify vom Thron zu stoßen. Um die Spitzenposition in Deutschland zu erreichen, setzen Deezer und Ampya fortan auf zwei Säulen. Zum einen ist das die Marketing-Power in TV und Online der ProSiebenSat.1-Gruppe. „Mit der enormen Reichweite der ProSiebenSat.1 Gruppe werden wir einem noch größeren Publikum den unbegrenzten Zugriff auf unseren Musikkatalog ermöglichen und unsere Position auf dem deutschen Markt weiter ausbauen und stärken“, kommentiert Gerrit Schumann, Vice President Deezer Europe. Schumann war erst Ende 2013 von dem 2009 von ihm gegründeten deutschen Musik-Streamer Simfy zu Deezer gewechselt.

Zum anderen übernimmt Deezer die Kooperation zwischen dem Mobilfunkanbieter Vodafone und Ampya. Mit dieser können Vodafone-Kunden die Dienste nun zu ihren Tarifen dazubuchen, ohne den anfallenden Traffic für das Musik-Streaming zu bezahlen. Eine verfrühte Geschwindigkeitsdrosselung des Mobil-Anschlusses durch den hohen Streaming-Traffic soll somit umgangen werden. Eine ähnliche Koop weisen seit 2012 auch die Telekom und Spotify auf – zumindest dieser Wettbewerbsvorteil dürfte nun verschwunden sein.

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