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Der Chef des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 schließt eine Übernahme von Unister-Unternehmen nicht aus. Auf der Pressekonferenz zu den aktuellen Quartalszahlen am Donnerstag sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Ebeling auf Nachfrage, man diskutiere Vor- und Nachteile eines Kaufs. Allerdings sei ProSiebenSat.1 im Reisebereich bereits stark vertreten und sehe sich daher nicht gedrängt, Unister-Unternehmen zu übernehmen. Das berichtet Meedia.

Der Konzern verzeichnet für das zweite Quartal 2016 ein 15-prozentiges Wachstum und hat knapp 890 Millionen Euro eingekommen. Das Wachstum treiben dabei maßgeblich die zugekauften Online-Sparten des Konzerns an: „Insbesondere Verivox und Etraveli, unsere bisher größten Akquisitionen, haben im ersten Halbjahr einen attraktiven Wachstumsbeitrag geleistet“, zitiert Internetworld Business den ProSieben-Chef Ebeling.

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Einige reichweitenstarke Portale des insolventen Leipziger Portalbetreibers könnten da durchaus in das Portfolio den Konzerns passen. Bereits vergangenes Jahr soll es Gespräche zwischen ProSiebenSat.1 und dem kürzlich verstorbenen Unister-Chef Thomas Wagner gegeben haben. Die Verhandlungen über den Verkauf der Reisesparte sollen allerdings geplatzt sein, da Wagner an überzogenen Preisvorstellungen für seine Firmen festgehalten haben soll. Nach zahlreichen Insolvenzen von Unister-Firmen in den vergangenen Tagen könnte ein Deal für ProSiebenSat.1 nun günstig werden.

Mitte Juli war Wagner bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Der 38-Jährige hatte zuvor versucht, bei einem undurchsichtigen Kreditgeschäft zwölf Millionen Euro für die Unister-Gruppe zu bekommen. Das Geschäft ging schief, Wagner wurde um 1,5 Millionen Euro betrogen. Tatsächlich ist die Unister-Gruppe seit längerem finanziell angeschlagen und soll bereits im Oktober 2015 einen fälligen Millionenkredit der Hanse-Merkur-Versicherung nicht bedient haben können. Allein die Holding soll knapp 40 Millionen Euro Schulden haben.

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Kurz vor seinem Tod bekam Thomas Wagner bei einem Rip-Deal jede Menge gefälschtes Bargeld statt eines Kredits. Eine Masche, auf die viele Unternehmer hereinfallen.

Bild: Unister