prosiebensat1-verivox-übernahme

Der Münchner Standort von ProSiebenSat.1

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 zieht offenbar in Erwägung, das Heidelberger Vergleichsportal Verivox zu kaufen. Dafür könnte er laut eines Berichts der Süddeutschen Zeitung bis zu 300 Millionen Euro zahlen. Dies sei ein klares Bekenntnis des Konzerns hin zum Internetgeschäft, schreibt die SZ, denn: Bislang hätten die Kaufpreise für Internetportale wie Billiger-mietwagen.de, Moebel.de und Ferien.de zwischen einem ein- und zweistelligen Millionenbetrag gelegen. Die Zeitung schätzt, dass das digitale Geschäft am Gesamtumsatz des Medienkonzerns bereits ein Fünftel ausmache. Das wären etwa 600 Millionen Euro.

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Verivox übernahm vergangenen Mai den Mitbewerber Transparo der HUK Coburg, im Juli folgte die Übernahme des Konkurrenten Toptarif, bei dem zuvor Holtzbrinck Digital und Rocket Internet investiert waren. Bei Toptarif entließ Verivox daraufhin fast ein Viertel der Mitarbeiter. Verivox machte laut Bundesanzeiger 2012 einen Jahresumsatz von etwa 40 Millionen Euro und erwirtschaftete einen Jahresüberschuss von etwa 9 Millionen Euro. Laut SZ liegt der Umsatz mittlerweile bei gut 60 Millionen Euro.

Im Januar kamen Gerüchte auf, ProSiebenSat.1 interessiere sich ebenfalls für Reiseportale des Leipziger Unternehmens Unister. Dabei steht ein hoher Kaufpreis von 700 Millionen bis einer Milliarde Euro im Raum. Zuvor hatte ProSiebenSat.1 verkündet, künftig Reiseportale mit Fernsehwerbung  verknüpfen zu wollen. Bereits in der Vergangenheit operierte der Konzern mit der Strategie Media for Equity, Medienaufmerksamkeit gegen Anteile.

Bild: Holger Rauner © ProSiebenSat.1 Media AG