Das ist ALQ (Audi Lunar Quattro) und ist die vierte Generation von Mondfahrzeugen, die Böhme bisher gebaut hat.

Der erste Wettbewerber, der irgendetwas zum Mond schickt, bekommt 30 Millionen US-Dollar! Als Robert Böhme im Jahr 2008 vom Lunar-X-Preis von Google hört, ist er begeistert und zögert nicht lang. Der Informatiker sucht sich ein sechsköpfiges Team aus seinem Freundeskreis zusammen – Wissenschaftler und Ingenieure. Gemeinsam fangen sie an, in Berlin an Raumfahrtechnik zu basteln, zunächst bloß nebenbei. Einige Jahre hat es gedauert, eigene Raumfähren und Mondfahrzeuge zu entwickeln. Und schließlich hat das Team Erfolg: „Wir konnten nachweisen, dass all unsere entwickelte Hardware auf dem Mond funktionsfähig sein würde.“

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Für seine Entwicklungen räumte Böhme schon zwei Mal Preisgelder über je 750.000 Dollar von Google ab. Es wurde klar, dass er nicht mehr nur in Teilzeit für sein Unternehmen da sein würde. Seit zwei Jahren arbeitet er mit mittlerweile elf Leuten voll an dem Projekt. Viele Experten der Szene stehen ihm außerdem beratend zur Seite, zum Beispiel der frühere Astronaut Jack Schmitteiner der beiden Männer, die zuletzt auf dem Mond waren.

„Mir war klar, dass es schwierig werden würde, das Ganze über klassische Investoren laufen zu lassen“, erzählt Böhme. Denn die Höhe der Finanzierungen in Europa seien in der Regel einfach zu klein für das, was er vorhatte – „und das Thema ist sehr speziell“. Deshalb fragte er bei Audi an, ihm die weitere Entwicklung zu finanzieren – und bekam eine Zusage.

Bis Ende 2017 will Böhme eine eigene Mission zum Mond unternehmen, die Audi mit einem Sponsoring-Vertrag finanziert. An Board der eigenen Raumfähre sollen zwei Mondfahrzeuge sein. Sie sollen vor allem die Landestelle von Apollo 17, dem letzten bemannten Flug zum Mond, untersuchen. Zum Beispiel darauf, wie die Materialen des Mondfahrzeuges gealtert sind, das seit der Landung im Jahr 1972 dort steht.

„Der Mond wird in Sachen Ressourcen unser Sprungbrett“, glaubt Böhme. Dort gebe es beispielsweise große Mengen Wasser. Doch bisher würde dort nicht kommerziell geforscht. „Audi kann ja nicht einfach zur NASA gehen und darum bitten, ihre Forschungsgeräte auf den Mond zu bringen.“

Der Gründer sieht da enormes Potential: „Die Raumfahrt ist der drittgrößte Finanzsektor der Welt.“ Der letzte Mars-Rover zum Beispiel habe alleine im Bau 3,6 Milliarden Dollar gekostet – und das ohne die Transportkosten. Böhme will mit der Privatisierung der Raumfahrt die Kosten extrem senken. Das soll durch die Wiederverwendung der modularen Bauteile nach der Mission funktionieren. „Elon Musk ist hier schon große Schritte voraus gegangen. Er hat die Kosten für eine Rakete von 300 auf 65 Millionen gesenkt. Wir wollen hier noch weiter gehen und effizienter werden.“

Momentan finanziert Böhme seine Mission unter anderem dadurch, dass er allerlei Forschungsgeräte von privaten Auftraggebern mit zum Mond nehmen will und sie ihn dafür bezahlen. Langfristig hat er vor, sich ausschließlich auf das Kerngeschäft, den Bau seiner Mondfahrzeuge und Raumfähren zu fokussieren.

Aber zunächst will er das Preisgeld abräumen. Dazu muss er nicht nur seine Raumfähre auf dem Mond landen, das Mond-Fahrzeug muss auch mindestens 500 Meter weit fahren und HD-Videos zur Erde senden. Böhme macht sich keine Sorgen. „All das ist in dem, was wir tun, vollkommen inbegriffen. Sofern alles klappt, ist uns das Preisgeld sicher!“ PTScientist ist übrigens das einzige deutsche der 16 Teams, das momentan noch im Wettbewerb um die 30 Millionen mitmachen. Dreizehn andere Gruppen haben bereits aufgegeben.

Bild: PTScientists