Die vier Cara-Gründer: Jesaja Brinkmann, Orest Tarasiuk, André Sommer und Dankrad Feist (v.l.)

Es gibt Startups, die mit Gras für Hundekot ihr Geld verdienen. Es gibt Startups, die Luft aus den Rocky Mountains verkaufen. Gründer Jesaja Brinkmanns Marktanalyse zielt jedoch in eine andere Richtung: „PoopTech ist das nächste große Ding“, sagt der Mitgründer des Gesundheitsstartups, das die App Cara entwickelt hat und das sich einem ganz wichtigen Problem annimmt: dem Reizdarmsyndrom und allen übel riechenden Begleiterscheinungen. „Verdauungsprobleme sind noch immer ein Tabu-Thema“, sagt Brinkmann, „aber wir machen sie nun sichtbar.“

15 und 20 Prozent leiden an einem Verdauungsproblem

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Damit das Berliner Startup diesen Markt besetzen und Durchfallbeschwerden sichtbar machen kann, hat es nun eine Seed-Finanzierung von zwei Millionen Dollar erhalten. Lead-Investor ist der VC Atlantic Labs, der sich auf Frühphasen-Finanzierungen spezialisiert hat. Daneben beteiligen sich Business Angels. Mit dem Geld will das Startup eine App weiterentwickeln, die die Nahrungsaufnahme ihrer User überwacht. Treten Beschwerden auf, soll Cara Gründe benennen und Lösungen vorschlagen. Cara richtet sich an Menschen mit chronischen Verdauungsproblemen und Lebensmittelunverträglichkeiten. Dafür legt die App für den Nutzer ein Symptom- und Ernährungstagebuch an und soll Zusammenhänge zwischen Ernährung, Bewegung, Stress und Beschwerden aufdecken. Nach Angaben des Unternehmens leiden zwischen 15 und 20 Prozent der Bevölkerung an Verdauungsproblemen wie Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall.

Derzeit ist die App für iOS zu haben. Eine Android-Variante ist in der Entwicklung. Finanzieren soll sich Cara über kostenpflichtige Premium-Inhalte in der sonst kostenlosen App. Mittelfristig will das Unternehmen wie viele Health-Startups in Deutschland in die Regelversorgung der Krankenkassen aufgenommen werden, sodass Patienten Kosten der App abrechnen können und die Hemmschwelle für kostenpflichtige Zusatzinhalte sinkt. Üblicherweise dauert eine Aufnahme in die Regelversorgung jedoch mehrere Jahre. Mit ihrem Startup waren die vier Gründer André Sommer, Jesaja Brinkmann, Orest Tarasiuk und Dankrad Feist Teil des Microsoft Venture Accelerators in Berlin und des Helios-Hubs der Helios-Kliniken.

Bild: Cara