Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Amazon, Apple, Facebook — drei Giganten der Tech-Industrie, die den Fortschritt der Branche maßgeblich mit vorantreiben, werden in dieser Woche ihre Quartalszahlen vorlegen. Und auch einige andere Firmen wie Twitter, Linkedin oder Ebay müssen sich in den nächsten Tagen in die Bücher schauen lassen.

Für Anleger sind die neuen Quartalsbilanzen besonders interessant, denn bei den meisten Firmen hat sich in den vergangenen drei Monaten viel getan: Es wurden neue Produktlinien eingeführtalte Produkte erneuert und Innovationen vorgestellt.

Doch es regen sich auch immer mehr Zweifel: Investoren und Analysten sind sich längst nicht mehr sicher, ob die großen Tech-Konzerne ihren Erfolgskurs weiterhin fortsetzen können. Daher werden sie die Quartalszahlen ganz genau unter die Lupe nehmen und vor allem darauf achten, ob Apple, Facebook und Co. die folgenden Fragen beantworten können, die entscheidend für ihre weitere Zukunft sind.

Apple: Wie will Tim Cook den iPhone-Absatz ankurbeln?

Darum geht es: Der Umsatz von Apple dürfte im Jahresvergleich zum ersten Mal seit 2003 wieder sinken, da sich das iPhone offenbar nicht mehr so gut verkauft wie früher. Apple-Chef Tim Cook muss den Investoren jetzt zeigen, wie er die iPhone-Verkäufe künftig wieder ankurbeln will, oder ein Ass aus dem Ärmel ziehen, das Apple weiter auf Wachstumskurs halten kann.

Das erwarten Experten: Einen Umsatz in Höhe von 52 Milliarden Dollar (46,1 Mrd. Euro) — also 10 Prozent weniger als im gleichen Quartal des Vorjahres. Das bereinigte Ergebnis je Aktie dürfte bei zwei Dollar (1,8 Euro) liegen.

So schlug sich die Aktie im vergangenen Quartal an der US-Börse: Die Apple-Aktie schaffte ein Plus von 5,8 Prozent.

Dann kommen die Quartalszahlen: Am Dienstag, den 26. April, nach Handelsschluss an den US-Börsen.

Twitter: Geht es bei den Nutzerzahlen endlich wieder nach oben?

Darum geht es: Bei Twitter stand auch schon in den vergangenen Quartalen das quasi nicht vorhandene Nutzerwachstum im Fokus der Investoren. Twitter-Chef Jack Dorsey muss nun endlich einen Plan vorlegen, wie er mehr als die aktuell 300 Millionen Nutzer zu Twitter locken und den Kurznachrichtendienst zu einem gefragten Angebot wie Facebook oder Instagram ausbauen will.

Das erwarten Experten: Einen Umsatz in Höhe von 607,8 Millionen Dollar (538 Mio. Euro) — also 39 Prozent mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres. Das bereinigte Ergebnis je Aktie dürfte bei 0,10 Dollar (0,09 Euro) liegen.

So schlug sich die Aktie im vergangenen Quartal an der US-Börse: Die Twitter-Aktie schaffte ein Plus von 14 Prozent.

Dann kommen die Quartalszahlen: Am Dienstag, den 26. April, nach Handelsschluss an den US-Börsen.

Ebay: Kann sich das Internetauktionshaus auch alleine behaupten?

Darum geht es: Im vergangenen Juli hat Ebay den Bezahldienst Paypal abgespaltet, der bislang der Umsatzgarant des E-Commerce-Pioniers war. Jetzt muss Ebay den Investoren beweisen, dass auch der Online-Marktplatz alleine Erfolg haben kann — trotz der harten Konkurrenz durch Amazon.

Das erwarten Experten: Einen Umsatz in Höhe von 2,08 Milliarden Dollar (1,84 Mrd. Euro) — also 53 Prozent weniger als im gleichen Quartal des Vorjahres. Das bereinigte Ergebnis je Aktie dürfte bei 0,45 Dollar (0,40 Euro) liegen.

So schlug sich die Aktie im vergangenen Quartal an der US-Börse: Die Ebay-Aktie schaffte ein Plus von 12,5 Prozent.

Dann kommen die Quartalszahlen: Am Dienstag, den 26. April, nach Handelsschluss an den US-Börsen.

Facebook: Wird zu wenig geteilt? Stiehlt Snapchat dem sozialen Netzwerk die jungen Nutzer?

Darum geht es: Facebook konnte die Investoren in der Vergangenheit immer wieder mit wachsenden Nutzerzahlen und einem steigenden Umsatz überraschen. Zuletzt gab es jedoch immer häufiger beunruhigende Berichte, wonach Nutzer auf dem sozialen Netzwerk nicht mehr so viele Inhalte teilen würden und Snapchat Facebook die jungen Nutzer abspenstig mache.

Das erwarten Experten: Einen Umsatz in Höhe von 5,25 Milliarden Dollar (4,65 Mrd. Euro) — also 48 Prozent mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres. Das bereinigte Ergebnis je Aktie dürfte bei 0,62 Dollar (0,55 Euro) liegen.

So schlug sich die Aktie im vergangenen Quartal an der US-Börse: Die Facebook-Aktie schaffte ein Plus von 16,6 Prozent.

Dann kommen die Quartalszahlen: Am Mittwoch, den 27. April, nach Handelsschluss an den US-Börsen.

Amazon: Nimmt das Cloud-Wachstum allmählich ab?

Darum geht es: Die Investoren dürften sich auf Amazons Geschäft mit der Cloud konzentrieren, das im letzten Quartal die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Außerdem dürften die horrenden Kosten für die Lieferzentren weltweit im Fokus stehen. Die Laune der Investoren könnte sich aber verbessern, wenn Amazon die Verkaufszahlen für das Amazon Echo präsentiert, das in den USA zum Überraschungshit wurde.

Das erwarten Experten: Einen Umsatz in Höhe von 27,99 Milliarden Dollar (24,8 Mrd. Euro) — also 23 Prozent mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres. Das bereinigte Ergebnis je Aktie dürfte bei 0,58 Dollar (0,51 Euro) liegen.

So schlug sich die Aktie im vergangenen Quartal an der US-Börse: Die Amazon-Aktie gab um 1,4 Prozent nach.

Dann kommen die Quartalszahlen: Am Donnerstag, den 28. April, nach Handelsschluss an den US-Börsen.

Linkedin: Wie hat sich des Karrierenetzwerk nach den desaströsen letzten Quartalszahlen geschlagen?

Darum geht es: Nachdem die Linkedin-Aktie im vierten Quartal um mehr als 40 Prozent abgestürzt ist und dabei 10 Milliarden Dollar (8,85 Mrd. Euro) an Börsenwert vernichtet hat, muss das Karrierenetzwerk jetzt liefern. Linkedin muss den Investoren zeigen, dass es einen Plan gibt, um wieder zu wachsen — vor allem da sich das Umsatzwachstum zuletzt wieder verlangsamt hatte.

Das erwarten Experten: Einen Umsatz in Höhe von 830 Millionen Dollar (735 Mio. Euro) — also 30 Prozent mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres. Das bereinigte Ergebnis je Aktie dürfte bei 0,60 Dollar (0,53 Euro) liegen.

So schlug sich die Aktie im vergangenen Quartal an der US-Börse: Die Linkedin-Aktie gab um 37,3 Prozent nach.

Dann kommen die Quartalszahlen: Am Donnerstag, den 28. April, nach Handelsschluss an den US-Börsen.

Zur Erinnerung: Die Google-Mutter Alphabet hat vergangene Woche enttäuscht

Die Aktien der Google-Mutter Alphabet verloren vergangene Woche zeitweise bis zu acht Prozent, nachdem der Internet-Gigant die Investoren mit seinen Quartalszahlen enttäuscht hatte. Alphabet konnte den Umsatz zwar im Vergleich zum Vorjahresquartal steigern, aber schwache Zahlen im Geschäft mit Internetwerbung, der wichtigsten Einnahmequelle des Konzerns, schreckten die Anleger auf.

Auch Microsoft kam unter die Räder

Obwohl die Quartalszahlen des Software-Giganten weitgehend die Prognosen der Experten trafen, waren die Börsianer enttäuscht über die lahmende Expansion. Vor allem die drei wichtigsten Produktlinien Intelligent Cloud, Windows 10 und Office zeigten Schwächen und auch der Ausblick des Konzerns war nicht so stark wie erhofft. Die Schonzeit für Microsoft-Chef Satya Nadella ist nun endgültig vorbei und die Investoren legen die Messlatte wieder etwas höher.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Business Insider Deutschland.
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Bild: Facebook