Male office worker with feet on desk, woman leaning on edge of desk

Sind Gefühle im Büro wirklich fehl am Platz? Oder helfen sie dabei, soziale Kontakte bei der Arbeit zu knüpfen? Der US-amerikanische Ratgeber-Autor Travis Bradberry findet, Menschen mit einer ausgeprägten emotionalen Intelligenz (EQ) seien im Berufsleben erfolgreicher. Sie könnten sich in andere Menschen besser hineinversetzen und finden sich in vielen sozialen Momenten gut zurecht.

Doch das bedeutet eben nicht, dass man seinen Emotionen bei der Arbeit freien Lauf lassen sollte. Denn Bradberry glaubt auch, dass Menschen mit einem hohen EQ intuitiv wissen, welche Gesprächsthemen im Büro gemieden werden sollten, damit sich Kollegen nicht unwohl fühlen oder einen schlechten Eindruck vermittelt bekommen.

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In einem Linkedin-Post hat Bradberry nun aufgelistet, worüber man bei der Arbeit besser nicht reden sollte. Zugegeben: Manch ein Punkt ist eher offensichtlich für jeden, der etwas gesunden Menschenverstand hat. Unterhaltsam ist die kurze Liste aber allemal.

Also aufgepasst! Rede im Büro niemals über…

  1. … politische Überzeugungen: Bradberry glaubt, politische Einstellungen seien etwas sehr Persönliches und gehörten zu den Grundwerten einer Person. Auseinandergehende politische Meinungen könnten also schnell dazu führen, dass der Gesamteindruck, den ein Kollege von einem hat, stark leidet. Greife man die Werte und Überzeugungen eines anderen an, sei das durchaus beleidigend, schreibt Bradberry.
  2. …die Inkompetenz anderer: Inkompetente Kollegen werde es immer geben. Doch das bedeute nicht, dass man über diese Inkompetenz herziehen sollte. Das wirke nämlich oft wie ein Versuch, sich selber besser darzustellen.
  3. … das Gehalt: Über Geld spricht man nicht, heißt es. Das denkt auch Bradberry. Es sei unmöglich bei der Gehaltsverteilung innerhalb eines Unternehmens hundertprozentig fair zu sein. Rede man offen über das verdiente Geld, seien negative Gefühle vorprogrammiert. Irgendjemand werde sich immer benachteiligt fühlen. Zudem würden die beruflichen Leistungen von jemanden fortan von Kollegen mit seinem Gehalt abgeglichen. Sobald man sich über Gehälter ausgetauscht habe, sehe man die andere Person einfach in einem anderen Licht.
  4. … den verhassten Job: Niemand wolle mit jemandem zusammenarbeiten, der seinen Job hasst. Das verbreite laut Bradberry Negativität und zeige, dass man kein Teamplayer sei. Die Gefahr gefeuert zu werden, weil man ein Miesepeter sei, sei groß.
  5. … dein Sexleben: Kommentare darüber, was man im Bett treibe, sollte man für sich behalten. Viele Menschen fühlten sich bei diesem Gesprächsthema unwohl, manche empfänden es sogar als beleidigend.
  6. … das Sexleben anderer: Ob Spekulationen über die sexuelle Ausrichtung eines Kollegen oder unschuldig wirkende Kommentare wie „Noch einmal frisch verheiratet sein!“ – Bradberry findet Gespräche über das Sexleben von Kollegen unangebracht. Das sorge für Unwohlsein im Kollegenkreis.
  7. … die Vergangenheit als Draufgänger: Das Mitteilen von Jugendsünden könne dazu führen, dass das Urteilsvermögen im Hier und Jetzt angezweifelt werde. Geschichten über Koma-Sauftouren oder betrunkene Autofahrten sorgten für Zweifel, ob man vernünftige Entscheidungen treffen könne, wenn es darauf ankomme.
  8. … die Suche nach einem neuen Job: Als Bradberry jünger war, teilte er seinem Baseball-Trainer mit, er wolle das Team in zwei Wochen verlassen. Von dem Zeitpunkt an saß Bradberry auf der Ersatzbank. Als er sich entschloss, doch nicht zu gehen, war er „der Junge, der eigentlich gar nicht hier sein will“. Um nicht auf der „Ersatzbank“ zu landen, sollte man im Büro daher nie erzählen, dass man auf Jobsuche sei. Zudem könnte es passieren, dass man keine neue Stelle findet – und dann doch erstmal im Unternehmen bleiben muss.
Bild: Gettyimages/Christopher Robbins