Readmill

Penguin startet Send to Readmill

Ruhig geworden ist es um das einstige Vorzeige-Startup Readmill (readmill.com). Vor zwei Jahren von David Kjelkerud und Henrik Berggren in Berlin offiziell gestartet, ist Readmill eine soziale Plattform für Bücher-Freunde, die es Lesern ebenso wie Autoren erlaubt, sich über Bücher und Artikel auszutauschen. Über die Readmill-App für E-Book-Lesegeräte und Tablets können etwa Texte markiert und Kommentare anderer Nutzern eingeblendet werden.

Zunächst hatte Readmill Partnerschaften mit kleineren Textquellen geschlossen, außerdem versteht sich Readmill auf offene E-Book-Standards. Ersteres hat sich nun geändert: Wie der britische Guardian berichtet, ist der britische Penguin-Verlag nun eine Kooperation mit dem nicht mehr ganz so jungen Berliner Unternehmen eingegangen.

5.000 Titel des britischen Angebots, so das Blatt, können nun über die Penguin-Webseite gekauft und dann zur Readmill-App geschickt werden. Ausgeschlossen von dem Deal ist allerdings das Angebot von Random House, mit dem sich der britische Traditionsverlag vor Kurzem zusammengeschlossen hatte.

Namhafte Investoren zum Start

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Bereits zum Start hatte sich Readmill über großes Investoreninteresse freuen können: Passion Capital, Index Ventures, Prehype, Peter ReadChristophe Maire und die SoundCloud-Gründer sind bereits seit der 280.000 Euro hohen Seed-Finanzierung im Jahr 2011 an Readmill beteiligt. Mitte 2012 legte Wellington Partners nach, hoch genug, um „damit eine ganze Weile überleben zu können, einschließlich Teamerweiterungen“, wie Readmill-Mitgründer Henrik Berggren damals gegenüber Gründerszene betonte.

Seitdem beschränkten sich die Nachrichten eher auf App-Updates, die Penguin-Kooperation ist also ein überfälliges Lebenszeichen. Die Ambitionen des Traditionsverlags sind groß. Mit der Random-House-Fusion ist der größte Publisher der Welt entstanden mit 3,1 Milliarden Euro Umsatz. Ziel sei es – unter anderem –, der Marktdominanz von Amazon entgegenzuwirken. Mit dem Readmill-Deal, der klar gegen dessen Kindle-Angebot positioniert wird, setzt Penguin aber allenfalls den kleinen Zeh auf Amazon-Territorium.

Für Readmill ist die Partnerschaft demgegenüber durchaus vorteilhaft: Er rückt die App für iPad, iPhone und Android-Geräte auch auf den Radar weiterer Verlage. Und wer weiß, wenn Penguin tatsächlich mobil machen will gegen Kindle & Co, könnte das Interesse an dem Berliner Jungunternehmen möglicherweise steigen.

Bild: Adam Radosavljevic / Panthermedia