Rebelle-Gründerin Cécile Gaulke

Rebelle-Gründerin Cécile Gaulke

Rebelle: Nach der Glamloop-Übernahme folgt die Expansion

Im August 2013 starteten Ex-Gigalocal-CEO Cécile Gaulke und Max Laurent Schönemann mit Unterstützung des Hamburger Inkubators Hanse Ventures Rebelle, eine Plattform für Second-Hand-Designer-Mode. Fast zeitgleich ging das Münchner Startup Glamloop an den Start. Das Konzept wurde unter dem Modewort „Preloved-Fashion“ als neuer Trend gefeiert. Frauenmagazine stellten für ihre Leser Vergleiche an. Modeblogger schwärmten, endlich einen Ort gefunden zu haben, wo sie ihren Designer-Kleidung unkompliziert verkaufen können.

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Schnell setzte in dem Markt allerdings eine Konsolidierung ein – nur ein Jahr nach der Gründung wurde Glamloop von Rebelle geschluckt. Jetzt will sich das Hamburger Unternehmen, das aktuell 35 Mitarbeiter beschäftigt, auch international etablieren: Seit Ende August liefert Rebelle nach ganz Europa, Ende dieses Jahres soll auch die Ware aus allen europäischen Ländern kommen. Bald soll dafür eine englische Seite gelauncht werden.

Im Interview spricht Cécile Gaulke über die Glamloop-Übernahme, die bestehenden Wettbewerber Mädchenflohmarkt und Kleiderkreisel, Expansionpläne und die aufwendige Echtheitsprüfung der Artikel.

Cécile, Ihr habt kürzlich den deutschen Wettbewerber Glamloop übernommen. Für wie viel Geld?

Alle beteiligten Parteien haben sich dazu entschieden bezüglich des Kaufpreises Stillschweigen zu wahren. Bei dem Deal ist natürlich Geld geflossen. Wir haben Glamloop mit einem Teil des Geldes übernommen, das wir im März eingesammelt haben.

Das war ein siebenstelliger Betrag.

Richtig.

Noch im Mai hat Alexandra Podeanu, Mitgründerin von Glamloop, im Interview auf Gründerszene von Expansionsplänen berichtet.

Im Mai gab es die Pläne zu der Akquisition auch noch nicht. Wir haben im Sommer die ersten Gespräche mit Glamloop geführt, die sich dann aber auch schnell intensiviert haben.

Es gilt als kein gutes Zeichen, wenn sich ein Markt so schnell konsolidiert und ein Unternehmen wenige Monate nach Gründung für eine vermutlich recht niedrige Summe den Wettbewerber übernimmt.

Das Thema Second-Hand-Designer-Mode im Netz ist ja in Deutschland noch so neu, dass vielen potentiellen Nutzern immer noch erklärt werden muss, wie dieses Modell überhaupt funktioniert. Sowohl Glamloop als auch Rebelle haben hier aus meiner Sicht gute Pionierarbeit geleistet und für beide Seiten war es auf jeden Fall gut, parallel gestartet zu sein. So ließ sich das Thema viel leichter in der Presse platzieren, weil sich ein richtiger Trend abgezeichnet hat. Insofern haben wir uns anfangs gegenseitig sehr geholfen. Rebelle war Glamloop einfach in einigen Punkten etwas voraus.

Arbeiten die Glamloop-Gründerinnen Kiana Mardi und Alexandra Podeanu nun bei Euch mit?

Das haben sie, um mit uns die Integrationsphase gemeinsam voran zu treiben. Jetzt geht jeder wieder seinen Weg.

Bisher saß Glamloop mit 14 Mitarbeitern in München. Wie viele Mitarbeiter hat Rebelle übernommen?

Wir haben das Münchner Lager und das Büro nach Hamburg verlegt. Neben den beiden Geschäftsführerinnen haben wir temporär noch zwei weitere Mitarbeiter von Glamloop beschäftigt.

Vor der Übernahme war der große Unterschied zwischen Glamloop und Rebelle, dass Glamloop viel mit freien Fashion-Consultants zusammengearbeitet hat, die die Ware beim Kunden abgeholt haben.

Wir haben mittlerweile auch zwei Beraterinnen in Hamburg und in München und wollen das Modell, das gute Ansätze hatte, nun ebenfalls weiter ausbauen. Anders als Glamloop, haben wir von Anfang an intensiv mit Einzelhändlern zusammengearbeitet, die über uns ihre Ware verkaufen.

Mit wie vielen Einzelhändlern kooperiert Ihr?

Wir kooperieren mit rund 20 kleineren Designer-Boutiquen in Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf und Frankfurt, die bisher größtenteils selbst nicht online sind.

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Ist Deutschland überhaupt ein guter Markt für ein Modell wie das von Rebelle? Beispielsweise kaufen die Franzosen viel mehr Designer-Artikel.

Das kann ich so nur teilweise bestätigen. Natürlich sind die Franzosen noch mal um einiges stilbewusster, aber in Deutschland ist dafür unsere Zielgruppe sehr breit. Außerdem funktioniert in Deutschland sowohl die Käufer- als auch die Verkäufer-Seite gleichermaßen gut. Deswegen ist aus unserer Sicht der deutsche Markt für ein Marktplatz-Modell wie bei Rebelle sehr interessant.

Wie viele Kunden hat Rebelle?

Wir haben 30.000 registrierte Kunden, von denen über 10.000 tatsächlich aktiv kaufen und verkaufen.

Sind Rebelle-Kunden treu?

Ja, wir haben einen wahnsinnig treuen Kundenstamm. Die Wahrscheinlichkeit, dass auf einen Erstkauf ein Zweitkauf folgt liegt bei rund 97 Prozent. Die hohe Wiederkaufsrate und die Tatsache, dass unsere Warenkörbe beachtlich sind, führen dazu, dass wir bereits jetzt hohe CLVs bei unseren Kunden verzeichnen können.

Wie hoch sind denn die Warenkörbe?

Im Durchschnitt sind es 260 Euro.

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