Thomas Ploch, Head of Software Architecture, MeinFernbus FlixBus

Findet seinen Titel ziemlich fancy – Thomas Ploch

Ob auf der Autobahn oder mitten in der Stadt – jeder kennt die markanten grünen Busse von MeinFernbus Flixbus. Hinter den Kulissen des Verkerhrsunternehmens, versteckt sich ein facettenreicher Arbeitgeber. Warum es gerade auch für ITler eine spannende Herausforderung ist und warum Team-Events ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmenskultur sind, verriet uns Head of Software Architecture Thomas Ploch im „Recruiter der Woche“-Interview.

Thomas, du bist seit August 2013 für “Team grün” am Start. Womit genau konnte dich ein Fernbus-Startup damals begeistern?

Mir war schon immer wichtig in einem IT-Umfeld zu arbeiten, in dem sich die Problemstellungen aus Anwendungsfällen der wirklichen Welt ableiten und in denen moderne Technologien zum Einsatz kommen. Fernbusse sind etwas zum Anfassen und Mobilität betrifft jeden. Natürlich war auch das Team, das mich wunderbar aufgenommen hat und das extrem spannende Umfeld eines komplett neuen Markts ein entscheidender Faktor.

„Head of Software Architecture“ kling ja ganz schön fancy. Was genau können sich unsere Leser darunter vorstellen?

Eine IT-Landschaft funktioniert wie ein echtes Ökosystem. Ständig werden neue Systeme entwickelt, bestehende integriert oder auch alte Systeme überarbeitet. Dabei entsteht quasi ein gewisser Wildwuchs, wie in der Natur.
Mein Team und ich setzen diesem Wachstum klare Grenzen. Wir erarbeiten Richtlinien für Entwicklung und Dokumentation, stellen die Definition von Kommunikationsprotokollen auf und überprüfen die Einhaltung dieser Regeln ständig – genau wie ein Architekt beim Hausbau eben.

Würdest du dir lieber einen anderen Titel geben?

Nein, denn ich finde den Titel selbst ziemlich „fancy“ :)

Warum ist MeinFernbus FlixBus als Arbeitgeber für ITler wie dich interessant?

Die Problemdomäne „Transport & Verkehr“ ist extrem komplex und bedarf ständig neuer, innovativer Lösungen, deren Findungsprozess sehr fordernd ist. Genau das ist es, was mir in meinem Job schon immer gefallen hat.

In deiner Position bist du der Mittelpunkt deines Teams. Wie sorgst du für die richtige Motivation, auch wenn es mal stressig wird?

Idealerweise beugt man stressigen Situationen durch einen agilen Planungs- und Anforderungsprozess vor. Bei unserer aktuellen Wachstumsgeschwindigkeit und den extrem vielfältigen Anforderungen durch Internationalisierung und Co. lassen sich diese aber manchmal nicht vollständig vermeiden. Als Führungskraft sehe ich mich hier vor allem in der Verantwortung, meinem Team zur Seite zu stehen. Das bedeutet auch, wenn aus unvorhergesehenen technischen Gründen Überstunden oder auch mal eine Nachtschicht anstehen, werde ich immer mit im Büro sein.

Genauso wichtig ist es, auch Einzelleistung persönlich anzuerkennen und nach einer stressigen Phase für Ausgleich zu sorgen. Das kann zum Beispiel ein gemeinsames Teamevent wie Kartfahren, Bowling oder Ähnliches sein oder auch mal ein Sonderurlaub.

Stichwort Teamgeist: Du hast schon von Team-Events gesprochen. Gibt es auch Veranstaltungen bei denen ihr die Gesichter aus anderen Abteilungen zu sehen bekommt?

Definitiv. Neben dem obligatorischen Happy-Friday, dem Feierabendbier oder dem Spontan-Treffen am Kicker gibt es regelmäßige Team-Events inklusive Party. Demnächst stehen zum Beispiel die Weihnachtsfeier und ein Ski-Wochenende in Österreich an, zusammen mit den neuen Kollegen aus Mailand und Paris.

Aus meiner Sicht muss es diese auch geben. Der persönliche und informelle Austausch mit anderen Teams ist extrem wichtig. Die beste Software entsteht nur dann, wenn Entwickler und Analysten eng mit den Fachleuten der Einzelbereiche in einem interaktiven Prozess zusammenarbeiten. Durch Team-Events lernt man erst die Person hinter der Email-Adresse kennen und das Verständnis für die Sichtweisen der anderen Abteilungen steigt.

Viel Zeit vor dem Screen zu verbringen ist für dich natürlich normal. Welche „offline-Aktivitäten“ schätzt du daher in deinem Alltag am meisten?

Ich lese offline sehr viel (Fachliteratur, Sachbücher, Science-Fiction), spiele Basketball und besuche gerne Konzerten & Ausstellungen.

Vor der Fusion im Januar 2015 warst du Team Leader und Senior Developer bei MeinFernbus. Wie hat sich dein Arbeitsbereich seit dem Zusammenschluss verändert?

In der Integrationsphase war ich für die Migration des alten Datenbestandes in unser neues, gemeinsames System zuständig. Das haben wir in unglaublichen 1,5 Monaten geschafft, und darauf bin ich sehr stolz.
Außerdem hat sich durch den Zusammenschluss die interne IT-Landschaft mit einem Schlag komplett verändert. In beiden Unternehmen wurden logischerweise unterschiedliche Entscheidungen getroffen. Die Homogenisierung der sich im Einsatz befindlichen Technologien gehört nun mit zu meinem Aufgabenbereich.

Fachliche Kompetenz ist gerade im hoch spezialisierten Tech-Bereich das A und O. Nenne 3 Eigenschaften, die für dich außerdem extrem wichtig sind.

Analytisches Denken, eine positive Einstellung und Kreativität.

Welchen Ratschlag, Tipp oder Gedanken möchtest du potenziellen Bewerbern gerne hiermit auf den Weg geben?

Ich empfehle jedem, der in der IT-Welt arbeiten will, niemals die Lust am Lernen und Experimentieren zu verlieren. Kleine eigene Projekte zu realisieren, in denen man neue Technologien ausprobiert, helfen einem ungemein, ein grundlegendes Verständnis für die Probleme und Vorteile der verschiedenen Lösungen und Konzepte zu schaffen.

Thomas, vielen Dank für das Gespräch.

Bild: MeinFernbus FlixBus