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Es ist eine einfache Frage, die doch schwierig zu beantworten ist: Warum arbeiten wir eigentlich gerade acht Stunden pro Tag? Schon länger versuchen erste Unternehmen diese Zeiteinteilung, die es seit dem Autopionier Henry Ford gibt, zu hinterfragen. Beispielsweise hat das Digital-Unternehmen Brath aus Schweden einen Sechs-Stunden-Tag eingeführt – nach eigenen Angaben mit Erfolg.

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Den Unternehmen, die damit experimentieren, geht es derweil nicht mehr nur noch um die Freizeit ihrer Mitarbeiter. Die Überlegung ist vielmehr: Mit kürzeren Arbeitszeiten lässt sich auch effektiver und besser arbeiten. Diesem Thema hat sich nun das Buch „Rest: Why You Get More Done When You Work Less“ gewidmet. Es hat auf die Frage, wie viel sollen wir pro Tag arbeiten eine einfache Antwort gefunden: vier Stunden.

Der Autor bezieht sich dabei auf historische Beispiele, wie der Guardian schreibt. So hat der Forscher Charles Darwin in zwei 90-Minuten-Blöcken gearbeitet – und noch einmal eine Stunde dran gehängt. Der Mathematiker Henri Poincaré arbeitete von zehn bis zwölf Uhr und dann von fünf bis sieben Uhr. Thomas Jefferson hatte einen ähnlich kurzen Arbeitsalltag. Und auch die Schriftsteller Alice Munro und John le Carré sollen in diesem Rhythmus arbeiten. Um wirklich sicherzugehen, hat sich der Autor außerdem die Studie des schwedischen Psychologen Anders Ericsson angeschaut, der die Arbeit von Geigenspielern untersuchte. Seine Studie kam zu einem ähnlichen Ergebnis.

Doch seine Erkenntnisse seien nicht unbedingt für alle Arbeiten gültig, sondern für kreative Tätigkeiten, heißt es von dem Autor. Der Schriftsteller Leonard Woolf wird zitiert: „Es ist erstaunlich, wie viel man in einem Jahr produzieren kann, (…) wenn man hart und professionell jeden Tag für dreieinhalb Stunden arbeitet.“ In dem Guardian-Text zu dem Thema wird dabei am Ende die Frage aufgeworfen, ob das wirklich nur für kreative Jobs gelte. Laut einem Forscher hätten die Menschen zu Zeiten von Jägern und Sammlern auch nur zwischen drei bis fünf Stunden gejagt.

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