Michael Heyne The Verts

Diese beiden Gründer wollen den Döner an den Ami bringen: Michael Heyne (links) und Dominik Stein.

Für die einen ist der Döner Kebab das köstlichste Fastfood der Welt. Für die anderen ein Dickmacher aus Fleisch unbekannter Herkunft. Für Michael Heyne und Dominik Stein, die gemeinsam an der WHU studierten, ist er der perfekte Leckerbissen, um ein Riesengeschäft aufzuziehen. Als die beiden 2008 ein Auslandssemester in Dallas machten, merkten sie, dass es in Amerika nur ganz vereinzelt Döner-Imbisse gab. „Das kann doch nicht sein, dachten wir uns. Bei uns Zuhause kriegt man Döner an jeder Ecke und hier fehlt er“, erzählt Heyne. So entstand die Idee, den Kebab im großen Stil in die USA zu bringen.

Zwei Jahre bereiteten sich die Gründer in Deutschland vor. Dann kehrten sie für ein MBA-Studium nach Texas zurück. In seinen Semesterferien absolvierte Michael Heyne Praktika bei den Unternehmensberatungen BCG und Bain & Company, Stein ging für einige Monate ebenfalls zu Bain & Company, aber auch zu Lehmann Brothers. 2011, nach ihrem Masterabschluss, eröffneten die Gründer ihre ersten beiden Restaurants. Der Name: Verts – Mediterranean Grill. „Verts kommt von vertical, was an einen Dönerspieß erinnern soll, und klingt irgendwie grün“, erzählt Heyne. Und das Wichtigste: Die Amerikaner können es gut aussprechen.

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Mit der Restaurantbranche hatten die Gründer bis dahin nichts zu tun. Plötzlich mussten sie Mitarbeiter finden, Lieferanten beauftragen, lernen, was Kunden schmeckt – und das alles in einem fremden Land. „Es war ein Riesenchaos“, erinnert sich Heyne. Er zimmerte Möbel für die Restaurants, strich Wände, probierte Essen, stand selbst am Grill. Und er ließ sich von einem Fleischlieferanten zeigen, wie man Dönerspieße herstellt – für den Notfall, falls das mal jemand machen muss.

Vom Döner zu mediterraner Küche

Die Restaurants von Verts sind etwa 150 Quadratmeter groß und haben 60 Sitzplätze: „Sie sind eher vergleichbar mit Starbucks, Vapiano oder Hans im Glück als mit einer Dönerbude“, sagt Heyne. Mittlerweile gibt es in den Restaurants nicht nur Döner, sondern auch Reis, Salate, Wraps, Falafel, Köfte – die Küche des östlichen Mittelmeerraums, wie man sie in der Türkei, Griechenland und Israel kennt. Denn alleine mit Döner lasse sich keine große, nationale Kette aufziehen, ist sich Heyne sicher.

Swipe right. #Verts #Pita #Falafel #Fresh (: @condition.zero)

Ein von VERTS Mediterranean Grill (@eatverts) gepostetes Foto am

Seinen Kunden verspricht er, dass alle Lebensmittel frisch zubereitet sind, ohne Geschmacksverstärker oder Konservierungsstoffe. Mayonnaise nutzt er nicht für die Soßen, nur Joghurt. Ketchup? Erst recht nicht. So etwas gebe es oft in der scharfen Soße bei den Imbissen in Deutschland, aber nicht bei Verts, betont der Gründer. Einer seiner Döner habe demnach unter 600 Kalorien – in einem Land, in dem viele Menschen Übergewicht haben und sich langsam dessen auch bewusst werden, mag das ein Verkaufsargument sein.

„Die Amerikaner sind bereit, auch mal umgerechnet sieben, acht Euro für einen Döner auszugeben“, erzählt Heyne. Dafür erwarteten sie aber etwas. Einmal beschwerte sich beispielsweise einer seiner Kunden über einen Mitarbeiter, weil der nicht wusste, wie viel Gramm Salz in der Soße waren: „Kundenservice hat hier eine viel größere Bedeutung als in Deutschland.“

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