Rewe hat sieben von neun Temma-Läden eingestampft

Noch lockt die Supermarktkette Temma auf ihrer Homepage mit dem Spruch: „Das leckere bisschen Natürlichkeit. Gleich nebenan.“ Ab dem neuen Jahr wird die Bio-Kette, die zu Rewe gehört, aber nur noch in zwei Nachbarschaften zu finden sein. Sieben der neun Temma-Filialen werden im Januar geschlossen, wie Rewe gegenüber NGIN Food bestätigte. Laut dem Kölner Stadtanzeiger werden die beiden übrigen Kölner Temma-Märkte in Braunsfeld und Bayenthal im April an die ehemalige Rewe-Managerin Christiane Speck verkauft. Diese sollen aber als Bio-Fachhandelsmärkte unter der Marke Temma weitergeführt werden.

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Gegenüber NGIN Food bemüht sich Rewe aber klarzustellen, dass der Konzern weiterhin auf Bio-Produkte setzt. „Wir geben Bio nicht auf“, teilt der Sprecher Reimund Esser auf Nachfrage mit. „Im Gegenteil, Rewe baut seine Bio-Kompetenz und Bio-Sortimente weiter aus.“ Das geschehe aber in den Vertriebslinien von Rewe-Märkten, Rewe-City oder Rewe-Center. So wolle der Konzern „auch für Bio-affine Stammkunden eine echte Alternative sein“, erklärt Peter Maly, Geschäftsführer REWE Markt GmbH. Zudem sei der Umsatz mit der Eigenmarke Rewe Bio in den vergangenen vier Jahren um 70 Prozent gestiegen, die Artikelzahl habe sich versechsfacht. 
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Rewe versucht seit einiger Zeit die Attraktivität seiner Märkte zu steigern. CEO Lionel Souque hatte vor kurzem das Konzept „Supermarkt 2020“ angekündigt, das in zehn Filialen getestet werden solle. Hier werde es „ganz stark um Themen wie Frische, Convenience und gastronomische Angebote gehen“, wie er der Wirtschaftswoche sagte. Er forderte, der Abstand zu Discounter müsse wieder deutlicher werden. Ein Konzept, das wohl auch der Bio-Kundschaft entgegenkommt. Zudem baut Rewe auch sein Online-Angebot aus.

Anzeichen, dass die Konzernleitung mit der Entwicklung der Temma-Märkte nicht zufrieden ist, gab es schon lange. So sagte Souque schon auf der Jahrespressekonferenz im März, man könne jeden Temma-Standort „auch mit Rewe City besetzen, das sofort Geld verdient“, wie der Supermarktblog berichtet. Diese Möglichkeit scheint nun aktueller denn je, zumal Rewe versicherte, dass allen Temma-Mitarbeitern ein Angebot zur Weiterbeschäftigung innerhalb der Rewe Group gemacht werde.

Der Name Temma sollte eine Abkürzung von „Tante Emma“ sein und somit den Charakter der Märkte gleich vorweg nehmen. 2009 war die Kette mit der Filiale in Köln Bayenthal gestartet, einige der Märkte waren vormals Filialen des Bio-Supermarkts Vierlinden. Doch bis heute wurde das Konzept nicht wirtschaftlich. 

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Bild: Sean Gallup / Staff