Der Robochop schneidet das Gründerszene-G aus.

Die vier großen Roboter stehen absperrt hinter einem schwarzen Metallzaun. Überall hängen Warnschilder. Der Zutritt: strengstens verboten, denn Roboter sind unberechenbar. Eine Menschentraube steht am Zaun, viele Zuschauer halten ihre Smartphones in die Höhe. Die vier orangefarbenen Technik-Wunder stehen in der Halle 16 auf der Cebit, wo Code_n in dieser Woche 50 ausgewählte Startups präsentiert. Gründer, Investoren, Journalisten und andere Besucher laufen hier wild durcheinander. Nur an dem Zaun bleiben alle stehen.

Hunderte Styropor-Skulpturen in einem überdimensionalen Regal hinter den rotierenden Robotern zeigen, was hier produziert wird: asymmetrische Hocker, große Buchstaben oder zackige Schalen. Die Zuschauer sind gebannt. Sie starren auf die mechanischen Bewegungen des Roboters, der den Würfel zuerst dreht, wendet und ihn anschließend mit einem heißen Draht in alle erdenklichen Formen zuschneidet.

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Das Projekt, das in dieser Woche die Code_n-Besucher begeistert, heißt Robochop. Die Idee stammt von dem Münchner Designer Clemens Weisshaar und seinem Designer-Kollegen Reed Kram. Code_n-Initiator Ulrich Dietz hat die beiden dieses Jahr damit beauftragt, die aufwendige Installation in der Startup-Halle zu präsentieren.

Weisshaar und Kram lernten sich bei einem Projekt für den berühmten Architekten Rem Koolhaas kennen. Ihr gemeinsames Büro Kram/Weisshaar hat seinen Sitz in München und Stockholm, wo Krem lebt. Mit Robochop wollen Weisshaar und Kram nun einen Roboter vorstellen, der jedes Objekt erschaffen kann, was man ihm per App auf dem Tablet oder Smartphone aufmalt. So soll die digitale Welt mit der materiellen verbunden werden – und die deutsche Industrie ermutigt werden, wieder mal etwas Neues auszuprobieren und einen Schritt weiter zu denken.

Die Robochop-Roboter kommen eigentlich von dem Augsburger Unternehmen Kuka und werden in vielen Industriebereichen für die Fließband-Arbeit eingesetzt. Weisshaar und Krem haben die Roboter so programmiert, dass sie theoretisch alle in der App hochgeladenen Entwürfe realisieren können.

Ein Video auf der Seite www.robochop.com zeigt, wozu die Roboter im Stande sein können. Jeder hat die Gelegenheit, dort seinen eigenen Würfel zu designen – mit Glück wird der Entwurf produziert. 2.000 Würfel werden auf der Cebit von dem Robochop live hergestellt und anschließend kostenfrei an die Designer verschickt.

Auch wir haben ein Gründerszene-G vom Robochop zuschneiden lassen. Zugegeben: Wir hatten Hilfe von Polina Slobodchikova, einer Studentin aus Mailand, die die Weisshaar und Kram in Hannover unterstützt. Denn Zeichnen kann unsere Redakteurin nicht so gut.

Wie unser G und weitere Objekte entstehen, könnt ihr in unserer Bildergalerie sehen: 

Zur Galerie

Hocker, Bustaben, Schalen und andere Skulpturen wurden von Robochop-Fans designt. Ein Mitarbeiter hat einen Hirschkopf mit einem großen Geweih entworfen.