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Bandist-Chef Nalla Karunanithy

Vor etwa einem Jahr startete Rocket Internet sein neues Unternehmen Bandist. Nun scheint es, als ob die Firmenfabrik in den Marktplatz für Musikinstrumente keine großen Hoffnungen mehr setzt: Nach Gründerszene-Informationen wurde das Team reduziert.

Wie viele Stellen dabei genau wegfallen, ist unklar. Aus Konzernkreisen heißt es, nur noch eine Handvoll Mitarbeiter würde für das Projekt arbeiten. Eine Rocket-Sprecherin wollte nur bestätigen, dass das Team „schlanker“ aufgestellt werden soll.

Zum Start vor einem Jahr beschäftigte das Startup 15 Mitarbeiter, das erklärte damals eine Bandist-Sprecherin in einer Mail an Gründerszene. Aus Unternehmenskreisen heißt es, zu Hochzeiten hätten rund 20 Menschen an Bandist gearbeitet. Rocket Internet gibt hingegen auf Nachfrage an, Bandist habe nie mehr als zehn feste Mitarbeiter beschäftigt.

„Bandist war von Anfang an sehr schlank aufgebaut und darauf achten wir auch in Zukunft“, so die Sprecherin. Man ergänze das Team mit Ressourcen von Rocket und setze das Geschäftsmodell so fort.

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Bei Bandist können Nutzer Musikinstrumente kaufen und verkaufen. „Der Musikmarkt in Deutschland ist riesig. Es fehlte jedoch immer ein Ort ausschließlich für Musikinstrumente“, erklärte Bandist-Chef Nalla Karunanithy in einem Interview vergangenen Herbst. Das Startup setzt dafür auf ein Marktplatzmodell: Musikläden, private Verkäufer und Käufer sollen von den bequemen und sicheren Abwicklungsmethoden des Marktplatzes profitieren. In seinem Blog wollte das Venture außerdem ausführliche Inhalte bieten, um Musiker anzusprechen – von aktuellen Nachrichten bis hin zu Lehrvideos.

Doch das Geschäft scheint sich nicht wie erhofft entwickelt zu haben. Geld verdient Bandist über eine Transaktionsgebühr, das Einstellen der Angebote auf dem Marktplatz ist kostenlos. Die Gebühr lag beim Start bei fixen fünf Prozent, so erläuterte es das Unternehmen damals in seinen FAQ, die inzwischen allerdings nicht mehr erreichbar sind.

Bandist-Chef Nalla Karunanithy arbeitet bereits seit Ende 2011 für Rocket Internet. Vor Bandist leitete er das Venture Sparklist. Dieser im Juli 2015 von Rocket gestartete mobile Second-Hand-Marktplatz war in Pakistan und auf den Philippinen aktiv – und ist heute wieder offline.

Kontakt zur Autorin: christina[at]gruenderszene.de.

Bild: Bandist