Rocket Internet Geldgeber Investoren

Stolze 1,5 Milliarden für Rocket-Gründungen

Bereits vergangene Woche drehte sich vieles um das Größenstreben der Samwer-Brüder, die mit den Portfoliogesellschaften ihres Inkubators Rocket Internet (www.rocket-internet.de) Handelsgrößen wie Ikea „abhängen“ und H&M oder Zara „in die zweite Reihe drängen“ wollen. Nun veröffentlicht das Manager-Magazin weitere Teile der vertaulichen Investorenunterlagen, die der Zeitschrift zugespielt wurden. Darin sind etwa die größten Kapitalgeber über alle Rocket-Unternehmen hinweg aufgeführt.

Dass Kinnevik mit mehr als einer Milliarde US-Dollar weiterhin der Haus- und Hofinvestor der drei Brüder ist, war schon dem Geschäftsbericht des schwedischen Investors zu entnehmen. Dessen Mobilfunktochter Millicom hatte 340 Millionen US-Dollar in Rocket-Gründungen in Lateinamerika und Afrika zugesagt. Zusammen mit Access Industries, das im vergangenen Jahr mit zunächst 200 Millionen US-Dollar auf einen Schlag eingestiegen war oder der US-Investmentbank JP Morgan, die es insbesondere auf Mandate bei möglichen Börsengängen abgesehen haben dürfte, sieht das Samwer-Investorenranking wie folgt aus:

  1. Kinnevik – mehr als eine Milliarde US-Dollar
  2. Millicom – 340 Millionen US-Dollar
  3. DST – 315 Millionen US-Dollar
  4. Access Industries – 300 Millionen US-Dollar
  5. JP Morgan – 150 Millionen US-Dollar
  6. Summit Partners – 140 Millionen US-Dollar
  7. Holtzbrinck Ventures – 120 Millionen US-Dollar
  8. Blakeney Management – 70 Millionen US-Dollar
  9. Ein nicht erkennbarer Investor mit 70 Millionen US-Dollar
  10. Tengelmann Ventures – 50 Millionen US-Dollar
  11. Marshall Wace – 45 Millionen US-Dollar
  12. New Enterprise Associates – 30 Millionen US-Dollar
  13. Victor Pinchuk – 30 Millionen US-Dollar
  14. PPR – 25 Millionen US-Dollar

Die Jagd auf die Umsatzzahlen

Aber auch interessante Umsatzgrößen lassen sich den Unterlagen entnehmen. So wird etwa der (vereinfacht hochgerechnete) Jahres-Umsatz des Möbelversenders Home24 (www.home24.de) auf 151 Millionen Euro beziffert. Finanzier Kinnevik hatte das Portfoliounternehmen zuletzt mit 252 Millionen Euro bewertet. Beim lateinamerikanischen Fashion-Unternehmen Dafiti werden die „Run-rate gross revenues“, die sich als zwölffaches des Umsatzes im November 2012 errechnen, mit 225 Millionen Euro angegeben, beim russischen Lamoda sind es 233 Millionen Euro.

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Übrigens: Für den deutschen Online-Versender Zalando werden die Umsatzzahlen derweil lapidar mit „mehr als eine Milliarde Euro“ angegeben. Der Berliner E-Commercler selbst hatte diese zuletzt konkret auf 1,15 Milliarden Euro beziffert. Angesichts des Halbjahreswerts von 510 Millionen Euro würde dies allerdings einen recht deutlichen Rückgang des Wachstums in der zweiten Jahreshälfte bedeuten, insbesondere wenn man den Gesamtjahreswert 2011 von ebenfalls einer halben Milliarde Euro mit einbezieht.

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