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Die Rocket-Spitze bei der diesjährigen Hauptversammlung: Alexander Kudlich, Oliver Samwer und Peter Kimpel (v.l.)

Eigentlich lief es diese Woche an der Börse endlich wieder ein wenig besser für Rocket Internet: Der Aktienkurs stieg. Bis heute Morgen. Seit die Börse eröffnet hat, verlor die Aktie bereits mehr als acht Prozent an Wert. Das Papier ist jetzt nicht mehr weit von seinem Jahrestief von 17,35 Euro entfernt. Was ist passiert?

Am späten Donnerstagabend hat Rocket Internet schlechte Nachrichten veröffentlicht. In einer Mitteilung warnt die Berliner Firmenschmiede vor hohen Verlusten in ihren Halbjahreszahlen, die am 22. September verkündet werden. Der Verlust wird demnach bei 617 Millionen Euro liegen. Zum Vergleich: Im gesamten Geschäftsjahr 2015 verzeichneten die Rocket-Beteiligungen ein Minus von einer Milliarde Euro.

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Gleichzeitig sinken die geringen Umsatzerlöse der Rocket-Holding auf 29 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2016. Im Vorjahreszeitraum lagen sie noch bei 71 Millionen Euro. Grund sei eine Entkonsolidierung von Tochtergesellschaften, also die Ausgliederung von verkauften Startups wie Pizzabo oder La Nevera Roja.

Besonders die Global Fashion Group (GFG) hat die Verluste von Rocket befeuert. Das Venture, das vor kurzem eine hohe Finanzierung über 330 Millionen Euro erhielt, wurde gleichzeitig durch die Investoren von drei auf eine Milliarde Euro abgewertet. Im ersten Halbjahr 2016 trägt nun allein die GFG einen Verlust über 383 Millionen Euro zum Rocket-Abschluss bei. In einer Mitteilung heißt es weiter: „Das Ergebnis wurde zudem durch weitere Sondereffekte wie Wertminderungen, Fair Value Anpassungen und – in geringerem Maße – positive Sondereffekte beeinflusst.“

Rocket-Chef Oliver Samwer zeigt sich trotz der schlechten Ergebnisse weiter zuversichtlich. „Ungeachtet dieser Sondereffekte hält Rocket Internet weiterhin an den ausgegebenen Zielen fest“, lässt er sich zitieren. „Nach wie vor erwarten wir, dass bis Ende 2017 mindestens drei unserer Beteiligungen profitabel sein werden“. Nach wie vor geht er davon aus, dass die Verluste der wichtigsten Rocket-Beteiligungen wie HelloFresh oder Foodpanda 2015 ihren Höhepunkt erreicht haben.

CFO Peter Kimpel betont in einem Pressegespräch am Freitagmorgen, dass man operativ nicht außerhalb der Erwartungen des Marktes liege. Die Sondereffekte aus der GFG seien nun wirksam geworden, aber damit auch abgeschlossen.

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Bild: Gründerszene; Hinweis: Der Artikel wurde aktualisiert.