49 Quadratmeilen ist San Francisco groß. Für eine Stadt sehr überschaubar, hier läuft man jedem mindestens zwei Mal über den Weg. Entrepreneure, die hierher ziehen, um ihr Startup voranzutreiben, halten sich jedoch vorwiegend in den Tech-Bezirken auf. Ein Überblick über San Franciscos wichtigste Nachbarschaften – und den Rest.

South of Market (SoMa)

Die Blöcke unterhalb der Hauptmeile Market Street sind das Zuhause vieler großer Tech-Firmen. Der Bezirk bietet jedoch auch viele Coworking-Spaces sowie bekannte Coffeeshops, in denen vor allem Early-Stage-Startups ihr Büro aufschlagen. Beliebt ist SoMa nicht zuletzt wegen der Nähe zur Caltrain-Station: Hier stoppt der Zug, der ins Silicon Valley fährt. In den vergangenen Jahren sind viele Wohnbauten in der Gegend entstanden, die Mieten entsprechen dem Gehaltsniveau der Tech-Branche. SoMa schließt direkt an den Financial District an. Dorthin zieht es Unternehmen, wenn sie verkauft werden – oder seriöser wirken wollen. Die Bitcoin Trading-Plattform TradeHill residiert beispielsweise im obersten Stock des Spear Towers an der Market Street.

Mission District

Vor einigen Jahren galt der mexikanische Bezirk der Stadt noch als einer der günstigsten, in den man sich nur für Drinks und gutes Essen verirrte. Mittlerweile sind die traditionellen Häuser von Startup-Wohngemeinschaften besetzt, in vernachlässigten Gebäuden richten Jungunternehmer ihre ersten Büros ein. Mission ist weiterhin bekannt für lokale Kaffeeröster, die besten Restaurants der Stadt, und dem Dolores Park, wo sich bei Schönwetter nicht nur die Tech-Community, sondern ganz San Francisco trifft.

Im Mission District treffen innovative und traditionelle Kulturen aufeinander.

Tenderloin/Mid-Market

Wer durch die Straßen der Tenderloin-Nachbarschaft geht, fühlt sich wie in einer Folge der grandiosen Polizeiserie „The Wire“ – auch wenn die in Baltimore spielt. Der beißende Geruch und die hohe Kriminalitätsrate dieses Viertels hielt Twitter jedoch nicht davon ab, ein leerstehendes Gebäude an der Market Street zu belegen. Weitere Startups zogen nach, und auch die Venture Capital-Firma Benchmark hat sich hier niedergelassen. Mittlerweile haben auch Immobilienunternehmen das Potenzial erkannt. In Gehweite von Twitter entstehen Luxus-Wohnungen in den schlimmsten Ecken der Stadt. Hinter den schmutzigen Straßen befinden sich übrigens auch die trendigsten Bars San Francisco.

In Tenderloin/Mid-Market grenzen hippe Bars und Bürogebäude an üble Ecken.

Noe Valley

Der Ausläufer des Mission District ist nicht mehr als eine Wohngegend. Bei europäischen Unternehmern ist die Nachbarschaft gerade deshalb so beliebt, weil relativ günstige temporäre Wohngelegenheiten zu finden sind. Digg-Gründer und Google-Ventures-Partner Kevin Rose residiert hier.

Beschaulich wohnt es sich in Noe Valley.

Pacific Heights und Russian Hill

Für die junge Tech-Crowd haben diese beiden Distrikte wenig zu bieten, gelten sie als die teuersten Ecken der Stadt. Die noblen Immobilien ziehen Startup-Unternehmer nach ihren ersten Millionen an. Zynga-Gründer Marc Pincus hat sich im vergangenen Jahr mit seiner Frau und One-Kings-Lane-Gründerin Ali Pincus eine Villa an der „Billionaire’s Row“ in Pacific Heights gekauft, Path-Chef Dave Morin lebt mit seiner Frau, der Brit+Co-Gründerin Brit Morin in Russian Hill.

Heim für die Reichen: Russian Hill.

Die restlichen Bezirke – das wahre San Francisco

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Wer sich nur in den genannten Nachbarschaften aufhält, lebt wahrscheinlich in der Tech Bubble. Darum haben „Tech People“ bei den Langzeit-Einwohnern einen schlechten Ruf. Nicht nur deshalb, sondern vor allem wegen des einzigartigen Flairs der Stadt an der Bay zahlt es sich aus, auch den Rest zu erkunden. Die Außenbezirke Richmond und Sunset sind Heimat vieler Studenten und Menschen, die sich die explodierten Mieten im Zentrum nicht mehr leisten können oder wollen. Marina hat den Ruf eines „Frat Boys“-Bezirks, bietet aber schönes Wetter, beliebte Brunch-Spots und zahlreiche Yoga-Studios. Der kleine Stadtteil Hayes Valley ist voll von „up-and-coming“ Restaurants und Designer-Boutiquen. In Nob Hill, Chinatown und North Beach sind abseits der Touristenstrecken viele San Franciscans, die schon seit Jahrzehnten hier wohnen, anzutreffen. Und Castro erinnert noch immer an die ereignisreiche Geschichte der LGBT (Lesbians, Gays, Bisexual, Transgender)-Bewegung.

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Dieser Artikel ist Teil unseres sechswöchigen Themenspecials zum Valley Camp. Wir fliegen im Oktober nach San Francisco, um für euch von dort zu berichten – wer mitfliegen will: alle Infos hier.