Scarosso

Von der Manufaktur bis zum Kunden

Es kommt ja nicht oft vor, dass sich Online-Startups auf wirklich Handgemachtes fokussieren. Moritz Offeney und Marco Reiter, die Gründer von Scarosso, machen es. Ihr Startup haben sie im Jahr 2010 in Mailand mit dem Ziel gegründet, handgefertigte Schuhe und Accessoires in „italienischer Qualität durch vertikale Integration zu günstigen Preisen anzubieten“. Sprich: Sie wollen den gesamten Herstellungsprozess kontrollieren, Zwischenhändler auslassen und alles selbst verkaufen.

G Tipp – Lesenswert bei Gründerszene DN Capital schließt dritten Fonds
bei 200 Millionen US-Dollar

Elf Millionen Dollar gibt es nun für das Geschäftsmodell von Neo Investment Partners sowie den Altinvestoren DN Capital und dem von der IBB Beteiligungsgesellschaft gemanagten VC Fonds Kreativwirtschaft Berlin. Mittlerweile sitzt Scarosso auch nicht mehr in Mailand, sondern in Berlin Mitte. Gefertigt wird immer noch in italienischen Manufakturen, betont Scarosso, verkauft wird weltweit. Insgesamt 60 Mitarbeiter arbeiten für das Startup, das auf mehrere Absatzkanäle setzt und auch Ladengeschäfte eröffnet hat.

„Maßkonfektionierung“ statt Maßschneiderei

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Mit dem Geld will Scarosso auf mehr internationale Beachtung hinarbeiten. Dazu soll der neue Geldgeber mehr liefern als nur Expansionskapital. Bei Neo Investment Partners konzentriere man sich auf Markenbildung, sagt man zumindest über sich selbst. Der Londoner VC hat bereits in mehrere Jungunternehmen investiert, für die Branding ein wesentlicher Teil des Geschäftsmodells ist. So viel verrät der Blick auf das sein Portfolio. In Deutschland sei es aber das erste Investment.

Mit seinem Konzept, maßkonfektionierte Waren mit zum Teil auswählbaren Elementen anzubieten, hält sich Scarosso bewusst vom Markt für maßgeschneiderte Bekleidung fern. Dieser hatte sich in der Vergangenheit mitunter als schwierig erwiesen. So plagt sich etwa Youtailor damit, das Geschäftsmodell am Laufen zu halten. Bei Artikelpreisen, die bei Damenschuhen gerne auch einmal die 200-Euro-Grenze durchbrechen, dürfte das Unternehmen etwas mehr Manövrierraum haben, als die zunächst im niedrigpreisigen Segment gestarteten Hemden-Maßschneider.

Die Gründer im Video-Interview

Im vergangenen Jahr sprach Gründerszene mit den Scarosso-Gründern Offeney und Reiter, die ihr Geschäftsmodell und die Stellschrauben hinter dem Multi-Channel-Konzept erklärten:

Bild: Scarosso