Scout24-CEO Greg Ellis

Scout24-CEO Greg Ellis

Noch im Herbst soll es soweit sein: Das Kleinanzeigenportal Scout24 hat am Montagmorgen offiziell seine Börsenabsichten angekündigt. Bis zu einer Milliarde Euro schwer könnte der IPO dem Vernehmen nach sein. Der größte Teil davon geht an die bisherigen Anteilseigner, darunter die US-amerikanischen Finanzinvestoren Hellman&Friedman und Blackstone sowie die Deutsche Telekom. Scout24 selbst will durch die Ausgabe neuer Aktien 200 Millionen Euro einnehmen.

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Das Geld will der Betreiber von Portalen wie ImmobilienScout24 und AutoScout24 dafür nutzen, Schulden abzubauen. Mit 950 Millionen Euro steht das Unternehmen derzeit in der Kreide, wie das Handelsblatt schreibt. Die Bewertung von Scout24 könnte im Rahmen des Börsengangs an der Frankfurter Wertpapierbörse bis zu vier Milliarden Euro betragen. Begleitet wird der IPO von den Banken Goldman Sachs und Credit Suisse sowie Barclays, Jefferies und Morgan Stanley.

Vor eineinhalb Jahren hatten die beiden US-Finanzinvestoren einen 70-prozentigen Anteil an Scout24 übernommen und dafür 1,5 Milliarden Euro an den vorherigen Eigentümer Deutsche Telekom bezahlt. Erst im April sollen sich Hellman&Friedman sowie Blackstone eine Sonderausschüttung von 350 Millionen Euro gegönnt haben. Die Telekom will den IPO nutzen, um weitere Anteile abzugeben.

Parallel zur Übernahme hatte Scout24 mit Greg Ellis einen neuen Chef bekommen und sich seitdem verstärkt auf die Immobilien- und Automobilsparten fokussiert, die Partnerbörse Friendscout24 wurde währenddessen verkauft. Im Kerngeschäft setzte das Unternehmen im vergangenen Jahr 342 Millionen Euro um und steigerte damit den operativen Gewinn (Ebitda) um fast die Hälfte auf 149 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2015 belief sich der bereinigte Umsatz auf 187,6 Millionen Euro, was einem Plus von 13 Prozent entspricht. Das Ebitda stieg von Januar bis Juni um 36 Prozent auf 84,6 Millionen Euro an.

Bild: Scout24