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Mit SearchInk sollen Maschinen auch handgeschriebene Texte wie dieses Shakespeare-Stück genießen dürfen

Milliarden von Büchern und Manuskripten liegen weltweit als digitale Scans auf Servern. Doch viele Millionen von ihnen sind handgeschrieben – und damit für Maschinen nicht les- und durchsuchbar. Jedes Werk müsste einzeln gelesen und indiziert werden. Eine mühselige Aufgabe.

Das will das Startup SearchInk ändern und Computern beibringen, Handschriften zu entziffern und zu durchsuchen, besonders aus alten Werken. In einer Seed-Finanzierungsrunde sammelt das 2015 gegründete Berliner Startup jetzt 4,2 Millionen Euro Wagniskapital ein. Zu den Investoren gehören die IBB Berlin und Michael Schmitt, der ehemalige Schweizer Engineering Director von Google.

Besonders interessant sei an der Lösung von SearchInk, dass der Algorithmus selbstlernend sei, so Quidenus. SearchInk müsse dem Algorithmus so nicht jede abweichende Darstellung eines Zeichens beibringen. „Die Software entwickelt sich unbeaufsichtigt weiter“, so Quidenus.

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Handgeschriebene Notizen erfassen lassen

Neben alten Werken könnte die Software mittelfristig auch für die eigenen handgeschriebenen Notizen verwendet werden, etwa in Form einer App, so die Gründerin Sofie Quidenus gegenüber Techcrunch. Einen solchen Service bieten bereits andere an, wie Google mit seiner Handschriften-App. Die Software erkennt auf den Smartphone-Bildschirm geschriebene Schriftzeichen bereits zuverlässig und formt sie in maschinelle Schrift um. Besonders für kurze und später durchsuchbare Notizen ausgelegt sind beispielsweise MyScript Smart Note oder MyScript Stylus.

Bei SearchInk stehen derzeit aber B2B-Lösungen im Fokus. So könnten Bibliotheken mit der Software ihre Bestände beispielsweise für die Forschung besser zugänglich machen. Zum Beginn des nächsten Jahres will SearchInk eine Geschäftspartnerschaft verkünden, die die Technologie sowohl für den privaten als auch den akademischen und beruflichen Gebrauch nutzbar machen soll.

Bild: Getty