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Der Markt der Lieferdienstplattformen ist hart umkämpft: Unternehmen wie Delivery Hero und Just Eat sind zu riesigen, globalen Playern gewachsen. Das Berliner Unternehmen Delivery Hero knackte mit seiner letzten Finanzierung in Höhe von 110 Millionen US-Dollar die Gesamtfinanzierungshöhe von einer Milliarde und eine Gesamtbewertung von drei Milliarden Dollar.

Und trotzdem wagt sich mit Hungr jetzt ein neues Startup auf den Markt – und bekommt in seiner Seed-Runde eine halbe Million Euro. Das Geld kommt unter anderem von Giorgio Ponticelli, Managing Director for New Markets bei Wahanda und jetzt auch Berater und Mitgründer von Hungr, von Treatwell-Mitgründer Laurens Groenendijk sowie von Philipp Ries, Industry Leader für die Schweiz bei Google.

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Hungr-Gründer Rasmus Wolff war fünf Jahre lang beim Delivery-Hero-Konkurrenten Just Eat, zuletzt als Chief Development Officer. Er lässt sich nicht einschüchtern: „Wer genauer hinsieht, dem fällt auf, dass die jetzigen Big Players ihr ganzes Geld für Fernsehwerbung und gegenseitiges Aufkaufen ausgeben“, sagt Wolff gegenüber Gründerszene. „Nur sehr wenig fließt in Produktinnovation.“

Was bei dem im März gegründeten Startup anders sein soll: Zum einen ist Hungr nur mobile verfügbar. Zum anderen suchen sich die Nutzer zuerst ihr Essen aus – und wählen dann eines der Restaurants, die dieses Essen anbieten. Dafür hat das zehnköpfige Startup einen Katalog an Gerichten mit Bildern zusammengestellt. Hungr plant, nur drei bis fünf Restaurants pro Bezirk auszuwählen – ein kuratierter Lieferdienst also.

„Wenn du die Nutzer dieser Plattformen [Delivery Hero und Co.] fragst: Keine dieser Produkte liefert ein fantastisches Erfahrungserlebnis. Es ist zwar besser als bei Restaurants anzurufen, aber immer noch sehr kompliziert. Als Maßstab kann man sagen, dass 50 Prozent der Kunden nur ein einziges Mal bei ihnen bestellen, weil das Angebot nicht gut genug war“, so Wolff.

Zurzeit ist Hungr noch in der Beta, das soll sich aber schnell ändern: In diesem Monat wird Hungr in Berlin, bald in anderen Metropolen starten. Nationale Grenzen zählen dabei wenig: Bevor das Startup die ganze Bundesrepublik covert, werde es bereits international ausrollen, kündigt Wolff an.

Bild/Montage: Gründerszene