Michael von Roeder

Sitzt künftig am Steuer bei Sensorberg: Michael von Roeder

Internet of Things – IoT – wird immer mehr zum geläufigen Buzzword. Und auch in Deutschland scheint man sich wieder stärker auf das Bauen von Dingen zu besinnen. Beim Startup Sensorberg zum Beispiel. Gleich zur Einführung der Technik im Jahr 2013 setzte das Berliner Team um Gründer Alexander Oelling auf die Apple-eigene Technologie iBeacon. Das sind kleine Funksender, die ein Signal aussenden, das von einer Smartphone-App erkannt wird.

Anhand des empfangenen Schlüssels kann die App dann bestimmte Informationen ausgeben, wie Sonderangebote beim Schuhhändler, Aktionen beim Schnellrestaurant, Kredite bei der Bank. So ist die Technologie des Berliner Startups etwa bei der App der Sparkassen integriert und informiert den Kunden beim Betreten einer Filiale über die neuesten Angebote.

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Ab März bekommt Sensorberg nun einen neuen Chef. Sensorberg-Gründer Alexander Oelling, der das IoT-Unternehmen bislang geführt hat, steigt aus gesundheitlichen Gründen aus dem operativen Geschäft aus und wechselt in den Aufsichtsrat. Sein Nachfolger wird der 47-jährige Michael von Roeder. Er kam vor gut einem Jahr vom Energiekonzern Vattenfall zu dem Berliner Startup und war seitdem dort der COO. 

Das Geschäft mit den Beacons sei zwar weiterhin interessant, erklärt der neue Sensorberg-CEO von Roeder. Doch schon seit einer Weile habe die Firma nach weiteren Anwendungsmöglichkeiten gesucht und die Technik umgedreht. Dafür wurde das Beacon der mobile Teil der Gleichung. Die Idee: Die kleinen Funksender lassen sich orten. Das mache ganz neue Geschäftsmodelle möglich, hofft von Roeder.

So lässt es sich genauer als über herkömmliche Video-basierte Systeme darstellen, wo sich Menschen in Geschäften oder Bürogebäuden aufhalten – beispielsweise über Besucherausweise, die mit Beacons versehen sind. Und es lassen sich Maschinen oder teure Werkzeuge etwa in Produktionshallen oder großen Baustellen auffinden.

Auf solche Angebote will sich Sensorberg zukünftig fokussieren und setzt dazu nicht mehr allein auf die Bluetooth-basierte iBeacon-Technologie. Near-field-communication (NFC), QR-Codes und Gesichtserkennung sollen das Angebot erweitern. Dass sich damit zwar viele Daten sammeln lassen, aber durchaus Privatsphäre-Fragen gestellt werden müssen, ist von Roeder durchaus bewusst. Das sei aus seiner Sicht aber auch kein Problem. Da Sensorberg allerdings nur die Technologie bereitstellt und die Daten ins Eigentum der Kunden übergehen, ist der laut dem neuen CEO auch dafür verantwortlich.

Das nun erweiterte Angebot soll dafür sorgen, dass sich Sensorberg von Konkurrenten wie Favendo oder Beacon Inside absetzt. Das Berliner IoT-Startup Relayr könnte ebenfalls bald zum Wettbewerber werden. Während einige der Konkurrenten mitunter Hardware selbst produzieren, setzt man bei Sensorberg auf Standardkomponenten, um Kosten zu sparen.

30 Mitarbeiter hat Sensorberg nach eigenen Angaben derzeit und wird unter anderem von der Berlin Technology Holding (BTH) finanziert. Kurz nach der Gründung im Jahr 2013 nahm das Startup im ersten Durchlauf des Microsoft-Accelerators teil. Gegen Ende des Jahres wolle es wieder Geld aufnehmen, so der neue CEO.

Bild: Sensorberg