Servicepartner One

Der Geschäftsführer von Service Partner One, Sven Hock

Kicker, Kaffeeautomat, Snacks und frisches Obst: Für viele Unternehmen gehören diese Dinge mittlerweile zu einem Büro mit dazu. Gilt es doch, den Mitarbeitern bestmögliche Arbeitsbedingungen zu bieten und sie mit solchen Extras bei Laune zu halten. Darauf baut das Berliner Startup Service Partner One auf und bietet Unternehmen verschiedene Dienste an – von Putzarbeiten über die Lieferung von Wasserspendern, Kaffeebohnen und Stiften bis zur Organisation von Umzügen und Handwerkern.

„Wir kümmern uns um alle Produkte und Dienstleistungen, die in einem Büro anfallen“, sagt CEO Sven Hock, der das PropTech-Unternehmen im Mai 2015 zusammen mit dem Inkubator Rheingau Founders in Berlin gegründet hat.

Anzeige
Das Prinzip der Firma: Die Kunden können über eine digitale Plattform Dienste buchen und bewerten. Dafür stellt Service Partner One jedem von ihnen gegen eine Kaution ein iPad bereit. Externe Dienstleister erledigen dann für das Startup die Aufgaben vor Ort.

Heute arbeiten mehr als 100 Menschen für das Berliner Unternehmen. Nach eigenen Angaben ist es in fünf deutschen Städten aktiv, sowie in London und Amsterdam, und hat mehr als 700 Unternehmen als Kunden.

Im Mai 2015 hat das Service Partner One die erste Finanzierungsrunde eingesammelt. Im Juli diesen Jahres erhielt es nochmals zehn Millionen US-Dollar von namhaften Investoren wie EQT VenturesTarget Global, Rheingau Founders und Earlybird.

„Finanziell sind wir gerade ganz gut aufgestellt“, sagt Geschäftsführer Hock. Mit dem frischen Kapital will er im kommenden Jahr weitere Produkte anbieten. „Wir hören genau zu, was unsere Kunden sonst noch in ihrem Büro benötigen“, sagt er und zählt Catering, Grünpflanzen und Mobility-Services als Beispiele auf.

Außerdem will er mit Service Partner One in weitere nationale und internationale Städte expandieren – welche genau das sind, verrät er allerdings nicht. Nur so viel: „Wir wollen dort ganz klar der Marktführer sein.“

Einfach wird das sicherlich nicht, denn im Office-Management-Bereich gibt es traditionelle Unternehmen, die sich am Markt etabliert haben. Es sind große Reinigungsfirmen wie Wisag, Dussmann, die SIS-Gruppe und Apleona. Hock will sie allerdings nicht als Konkurrenten sehen, sondern als Partner und betont, dass er mit einigen von ihnen bereits zusammenarbeitet. „Oft werden wir auch zu US-Unternehmen Managed by Q befragt, die eine digitale Lösung für Office-Kunden in den USA anbieten“, erzählt er und macht klar: „Im Gegensatz zu diesen Firmen stellen wir selbst keine Reinigungskräfte ein.“ Sein Unternehmen sei durch die Kooperation mit externen Dienstleistern viel schlanker aufgestellt: „Wir sind eine digitale Schaltzentrale fürs Büro, keine Reinigungsfirma.“

Anzeige
Ein weiterer Wettbewerber ist ein alter Bekannter des Berliner Startups: das Reinigungs-Startup Book A Tiger. Ebenso wie Konkurrent Helpling bietet Book A Tiger mehr und mehr Dienstleistungen auch für Büros an. Einige Mitarbeiter bei Service Partner One kennen die Geschäftsführer von Book A Tiger, Claude Ritter und Nikita Fahrenholz noch aus einem anderen Umfeld: dem der Essens-Lieferdienste. Denn vor Book A Tiger starteten Ritter und Fahrenholz mit Team Europe den Lieferdienstvermittler Lieferheld, das heutige Delivery Hero. Ein starker Konkurrent war damals der von Rheingau Founders mitgegründete Lieferdienst-Vermittler Lieferando – das ein Teil des heutigen Managementteams von Service Partner One mit aufgebaut hat.

Wie sehr machen sich nun die früheren Lieferdienst-Wettbewerber bei der Büro-Reinigung neue Konkurrenz? Auch davon will Geschäftsführer Hock nichts hören. „Im Gegensatz zu B2C-Marktplätzen wie bei Lieferando ist der B2B-Bereich kein Winner-takes-it-all-market“, sagt er. Im Bereich Office-Management gebe es einen 600 Milliarden-Euro-Markt in Europa: „Er ist groß genug für alle.“

Bild: Service Partner One