Groß, größer, China: Riesenchance für Berliner Startups

Die Start Alliance Berlin, ein Programm von Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie, veranstaltete vom 24. bis 28. April in Kooperation mit der Commerzbank eine Shanghai-Reise für zehn Berliner Startups, um ihnen den Weg in den außergewöhnlichen chinesischen Markt zu ebnen. Mit dabei waren foodspring, DONGXii und Edaole, deren Geschäftsideen in Europa gerade richtig groß werden – und die jetzt China im Visier haben.

Warum diese Berliner den Sprung in den chinesischen Markt wagen wollen

Die Plattform DONGXii hilft europäischen Unternehmen dabei, chinesische Kunden zu erreichen – ganz ohne Facebook oder Twitter. Was macht gerade China so attraktiv für das Startup? Der extrem schnelle und innovative Markt. „China ist inzwischen der größte E-Commerce Markt der Welt: Wir können hier viel lernen und wachsen“, so CEO Marcel Münch. „Bis zum Jahr 2020 wird die chinesische Mittelschicht auf 900 Millionen Menschen wachsen.“

Der chinesische Markt – eine große Herausforderung und Chance, findet DONGXii CEO Marcel Münch.

Neue Märkte knackt man natürlich am besten mit den richtigen Kontakten. Deshalb war das Pitch-Event mit Chinaccelerator ein besonderes Highlight für DONGXii. „Hier waren extrem viele Mentoren und Netzwerkpartner vor Ort, und wir haben einen sehr guten Einblick in die chinesische Startup-Landschaft und in lokale Institutionen bekommen. Wir haben jetzt direkten Zugang zu Arbeitsplätzen, Partnern und Mentoren in China“, erzählt Münch. Außerdem führte die Kommunikation von Berlin Partner in sozialen Netzwerken dazu, dass neue Kontakte auf sie aufmerksam wurden.

Made in Germany – darum haben deutsche Startups in Shanghai gute Karten

In vielen Ecken Chinas, aber besonders in Shanghai, hat sich eine lebhafte Startup-Kultur etabliert, die gerade westlichen Akteuren gegenüber offen ist. „Deutsche Waren gelten in China als zuverlässig und von hoher Qualität. Die Mittelschicht wächst hier, und damit die Nachfrage an Premiumartikeln“, so Damian Maib, Managing Director für foodspring ASIA. Das Berliner Startup entwickelt Proteinpulver und Superfood-Produkte und vertreibt diese im eigenen Onlineshop. Damit der Erfolg jetzt auch in Fernost fortgesetzt werden kann, nutzte das Team die Möglichkeiten, die das Programm der Start Alliance Berlin ihnen bot: So konnten die Gründer die Shanghaier Startup-Szene hautnah erleben – die Veranstaltungen schienen ein ideales Sprungbrett in den Markt gewesen zu sein. „Das Pitchen vor einem interessierten Publikum und die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und die teilnehmenden Acceleratoren kennenzulernen, waren nur einige der Highlights. Interessierte Personen sind zudem direkt auf mich zugekommen“, erzählt Maib. „Dank Berlin Partner können wir die Räumlichkeiten eines namhaften Accelerators sechs Wochen lang nutzen. Dieses Angebot werden wir wahrnehmen, um foodspring unmittelbar im chinesischen Markt noch aktiver zu positionieren.“

Haben große Pläne für den chinesischen Markt: foodspring und Damian Maib.

Deutsche vs. chinesische Business-Kultur

Die kulturellen Unterschiede sind allerdings nicht zu unterschätzen, wie die Unternehmer schnell feststellten. „Viel Business findet über informelle Kanäle wie WeChat statt – als ob man also Business über Facebook betreibt. Das ist ein Ausdruck dafür, wie stark das Privatleben mit dem Business-Leben in China verwoben ist. Ohne WeChat ist man in der chinesischen Geschäftskultur nicht angekommen“, berichtet Münch.

Marc Erfkamp, Managig Director bei Edaole, der mobilen Shopping-Plattform für chinesische Touristen, fügt hinzu: „In Europa und vor allem in Deutschland zählen überwiegend Ideen, Meilensteine und Resultate. Kaltakquisen von Geschäftspartnern und Investoren sind möglich. In China ist die menschliche Komponente, die Guanxi, sehr wichtig: Ohne ein Intro, einen persönlichen Austausch, oder ein Kennenlernen in privaten Gesprächen beim Lunch oder Dinner wird kein Business zustande kommen – egal wie innovativ eine Idee ist.“

Do you speak Guanxi? Edaoles Marc Erfkamp beim Business-Pitch.

Die Berliner richten Blick und Business gen Osten

Wie geht es jetzt für die Gründer weiter? „Wir haben spannende neue Verbindungen zu möglichen Investoren und lokalen Geschäftspartnern gemacht“, erzählt Erfkamp. Doch als erfahrener Unternehmer sieht er das Ganze realistisch: „Aufgrund der chinesischen Business-Mentalität sind keine Schnellschüsse zu erwarten – das kann aber nicht als negativ gewertet werden. Es ist eben China, eben anders.“

Ihr wollt euer Startup auch international groß rausbringen und seid auf der Suche nach Kontakten und Know-how? Dann seid am 17. Mai bei der „Connecting Startup Cities Conference“ dabei, wenn ehemalige Teilnehmer und Partner der Start Alliance Berlin im Programmpunkt „Internationalization“ von 11:30 bis 13:00 Uhr über Kooperationsmöglichkeiten zwischen Berlin und Asien diskutieren. Die Konferenz findet im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen Berlin 2017 statt. Hier geht es zur Registrierung!


Start Alliance Berlin

Mit ihrem Austauschprogramm bringt Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie Berliner Gründer in die Welt hinaus. Ziel ist es, Gründer bei ihren Expansionsvorhaben zu unterstützen: So hilft die Start Alliance Berlin ihnen dabei, ihre Business-Modelle an internationale Bedingungen anzupassen, vermittelt Kontakte und Coworking-Spaces in den Partnerstädten und beschleunigt damit den Eintritt in neue Märkte. Mehr Informationen zu den Partnerstädten, dem Austauschprogramm und weiteren Fragen finden Gründer hier.


 

Bilder: Berlin Partner