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Siemens-Boss Joe Kaeser will seinen Konzern an die Industrie-4.0-Spitze führen

Siemens treibt seinen Digitalisierungskurs voran: Der deutsche Traditionskonzern hat heute angekündigt, die US-amerikanische Softwarefirma Mentor Graphics zu übernehmen. Kaufpreis: 4,5 Milliarden US-Dollar.

Mentor Graphics ist auf Software für Design und Konstruktion von Halbleitern spezialisiert. Eigentlich war Siemens aus dem Halbleitergeschäft mit der Ausgliederung der Chip-Tochter Infineon schon Ende der 1990er Jahre ausgestiegen. Konzernchef Joe Kaeser hat aber zuletzt die Rückkehr in den Bereich der Industriesoftware massiv vorangetrieben. In den vergangenen Monaten übernahm Siemens dafür mehrere Firmen, unter anderem die US-Unternehmen UGS und CD-Adapco.

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Die Akquisition von Mentor Graphics ist darunter aber die mit Abstand bedeutsamste. Das Unternehmen aus Oregon wurde 1981 als Startup für das noch junge Gebiet der „Electric Design Automation“ gegründet. In den Folgejahren wuchs das Unternehmen mit der Hilfe von Risikokapital, das unter anderem von dem legendären Valley-VC Greylock Partners kam. Mentor Graphics gilt als eines der ersten VC-finanzierten Startups aus Oregon. 1984 ging das Unternehmen an die Börse, heute ist es im US-Technologieindex Nasdaq gelistet.

Mentor beschäftigt mehr als 5.000 Mitarbeiter und setzte zuletzt gut 1,2 Milliarden US-Dollar um. Siemens geht davon aus, dass das Unternehmen innerhalb von drei Jahren zum Konzerngewinn beitragen wird.

Die Übernahme ist Teil der 2014 verkündeten Konzernstrategie „Vision 2020“, mit der Siemens unter anderem beim Thema Industrie 4.0 (also der Digitalisierung der Industrieproduktion) führend werden will. Die Akquisition erlaube es Siemens, „unsere Position in der digitalen Führerschaft auszubauen und das Tempo in der Industrie vorzugeben“, so CEO Joe Kaeser.

Bild: Getty Images / Sean Gallup