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Deutsche Post launcht Simsme

Nach der milliardenschweren Übernahme des US-Messengerdiensts WhatsApp durch Facebook im Februar fürchteten viele Nutzer um ihre privaten Daten. Eine ganze Reihe von vermeintlich besser gesicherten Messenger-Alternativen versuchte sich in Position zu bringen – Threema aus der Schweiz zum Beispiel oder der Berliner Dienst Telegram, hinter dem VKontakte-Gründer Pavel Durov steht.

Nun, ein knappes halbes Jahr später, bringt auch die Deutsche Post einen eigenen Service auf den Markt: Mit Simsme wendet sich der Logistikriese an besonders sicherheitsbedürftige Nutzer. Dafür bietet der Dienst eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und verspricht, alle Daten ausschließlich auf Servern in Deutschland abzulegen und die Nachrichten nach der Zustellung wieder von den Servern zu löschen.

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Im Gegensatz zu vielen anderen Smartphone-Messaging-Programmen verzichtet Simsme zudem darauf, sich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Rechte an der Weiterverbreitung von Inhalten zu sichern.

Damit zielen die Simsme-Macher offensichtlich auf das Unbehagen vieler Nutzer, die zuletzt die weitgehenden Zugriffsberechtigungen der Facebook-Messenger-App kritisierten.

Simsme ist für iOS und Android kostenlos, wer außerdem eine Snapchat-ähnliche Selbstzerstörungsfunktion nutzen will, muss einmalig 0,89 Euro zahlen.

Marco Hauprich, Senior Vice President Mobile & New Media, lobt die hauseigene Entwicklung: „Die Deutsche Post steht seit über 500 Jahren für einen sicheren und vertraulichen Transport von Informationen. Das gilt nun auch für beliebte Instant-Messages von Smartphone zu Smartphone. Wir sorgen für höchstmöglichen Datenschutz nach den strengen deutschen Gesetzen, und zwar ohne dass der Nutzer dabei einen Mehraufwand hat. Wir stellen SIMSme kostenlos zur Verfügung und nutzen den Service auch nicht zu Werbezwecken, wie andere Dienste das tun.“

Für viele Nutzer könnten diese Versicherungen ein überzeugendes Argument sein. Ob sich der Post-Messenger aber wirklich massenhaft verbreitet, dürfte vor allem wegen der expliziten Beschränkung auf den deutschen Markt zu bezweifeln sein – und wegen der Tatsache, dass er vermutlich einige Monate zu spät kommt.

 

Im Frühjahr prüfte die Stiftung Warentest verschiedene Messenger auf ihre Sicherheit – das waren die Ergebnisse:

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Telegram wurde von Pavel Durov, dem Gründer des russischen Facebook-Klons VKontakte, und seinem Bruder Nikolai gestartet – Hauptsitz soll aber Berlin sein. Stiftung Warentest bewertet den Datenschutz bei der App als „kritisch“.

Bild: © panthermedia.net / Wolfgang Ludwig