Skjlls_Team

Gegründet haben Skjlls Gunnar Stenzel (Geschäftsführer, links), Ferdinand Weinrother, Ruben Malchow, Ninik Vogelsang und Sven Busse.

Bewerbungen schreiben ist mühsam. Umso mehr, wenn man in der Medien- und Kreativbranche unterkommen möchte, wo jeder im Schnitt alle zwei Jahre den Job wechselt. Arbeitgeber müssen hier oft in kürzester Zeit Leute mit den passenden Qualifikationen finden, zum Beispiel freie Mitarbeiter für Projekte.

Da dachten sich fünf Hamburger Freunde, dass es für die Branche ein eigenes Geschäftsnetzwerk geben müsste. Also riefen sie Skjlls ins Leben. Hier müssen Werbeagenturen oder Verlagshäuser selbst nach Mitarbeitern suchen. Ihre Wunsch-Kandidaten aus Marketing, Design und IT wählen sie auf Basis von deren Fachkenntnissen aus, die auf den einzelnen Profilen detailliert aufgelistet sind. Wer kann mit Adobe Illustrator arbeiten? Wer Node.js-Codes schreiben? Jeder Nutzer gibt zu einem Set von 250 Fähigkeiten seine Qualifikationsgrade an. Das einheitliche Layout soll die Profile vergleichbar machen.

Kennengelernt hatte sich die Gründer-Gruppe bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber, einer Hamburger Digital-Agentur. „Wir wollten nicht noch eine Jobbörse entwickeln, auf der User sich durch Stellenanzeigen wühlen müssen“, sagt Skjlls-Gründer und Geschäftsführer Gunnar Stenzel gegenüber Gründerszene.

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Für die Jobsuchenden, Freie und Feste, soll die Plattform kostenlos bleiben. Das Unternehmen wird nach Ablauf der Beta-Phase eine Gebühr in Rechnung gestellt, das könnte laut Stenzel eine Art Flatrate sein, deren Preis sich nach der Unternehmensgröße berechnet.

Die Skjlls-Börse ist am Dienstag gestartet. Die Seite selbst gibt es aber schon länger. Denn Skjlls hat schon einmal sein Debüt gefeiert – im Sommer. Damals wollten die Gründer noch ein anderes Problem lösen und einen Gehaltsvergleich schaffen, der den „Marktwert“ eines Arbeitnehmers aus Marketing, Design und IT anhand von dessen Fähigkeiten ermitteln sollte. Der Jobtitel sollte als Vergleichskriterium keine Rolle spielen.

Gunnar Stenzel erklärt, der Schwenk zur Jobbörse sei von vornherein geplant gewesen. Mit dem Gehaltsvergleich habe man herausfinden wollen, welche Fähigkeiten in der Branche überhaupt gefragt sind. Ihren „Marktwert“ nach Qualifikationen können sich die Nutzer weiterhin anzeigen lassen.

Warum aber braucht es ein eigenes Portal für die Kreativbranche? Was spricht dagegen, Jobkandidaten über Xing oder LinkedIn zu suchen? Stenzel meint, dass die Angaben auf den Skjlls-Profilen ein Vielfaches dessen sind, was auf traditionellen Plattformen hinterlegt ist. Es würden nur branchenrelevante Fähigkeiten angegeben – ohne unterschiedliche Schreibweisen und Begrifflichkeiten. Zudem könne sich der Arbeitgeber sicher sein, dass jeder Nutzer auf Skjlls auch gefunden werden möchte.

Ganz ähnlich verfahren die Jobbörsen 4Scotty und Honeypot. Beide Anbieter drehen den Spieß beim Recruiting komplett um. Hier müssen sich Unternehmen bei ihren Wunsch-Angestellten bewerben. Die Portale sind allerdings speziell auf IT-Fachkräfte zugeschnitten.

Bild: Skjlls