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Schaut unschuldig, steht aber im Verdacht, ein Sofa zu zerstören.

Es gibt viele Gründe, warum man seine eigene Wohnung überwachen lassen möchte. Kleine Überwachungskameras eigenen sich als Monitor für das Baby oder Senioren, die einer ständigen Überwachung bedürfen. Das gilt auch für den Wunsch, die eigenen Haustiere zu kontrollieren oder einfach um nachzuschauen, ob sich während einer Abwesenheit niemand unbefugt Zutritt verschafft. Szenarien für den Einsatz gibt es also genug. Das deutsche Unternehmen Smartfrog bietet so eine Kamera an und dazu eine recht clevere App.

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Die HD-Kamera lässt sich leicht irgendwo in der Wohnung platzieren. Die Steuerung erfolgt dann über die App von Smartfrog, die es für iOS und Android gibt. Laut Hersteller kann man über die App aber nicht nur die Smartfrog Kamera ansteuern, sondern auch die eines Laptops oder eines Smartphones. Voraussetzung dafür ist aber entweder der Kauf der Kamera (ca. 149 Euro) oder der Abschluss eines Abonnements in Höhe von 5,95 Euro pro Monat.

Damit sollen sich dann die eigenen Haustiere beobachten lassen – und genau das hat mich interessiert. Meine beiden Katzen sind zwar die freundlichsten Wesen der Welt. Klar. Vor allem, wenn sie schlafen. Aber zwischendurch hat zumindest eine die Angewohnheit, mein Sofa auseinander zu nehmen. Dummerweise offenbar nur, wenn ich nicht da bin. Jedenfalls finden sich bei meiner Rückkehr am Abend oft weitere schwere Verstümmelungen an meinem Sofa. Wer aber der Übeltäter ist, ließ sich bisher nicht feststellen.

So eine Überwachungskamera ändert zwar nichts daran, dass das Sofa leiden muss, aber immerhin weiß man dann abends, wen man anschnauzen kann. Was ja auch irgendwie befriedigend ist. Jedenfalls im Rahmen der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten.

Also Kamera aufgestellt, das Corpus Delicti ins Zentrum und los geht es mit dem Überwachungsstaat gegen Vandalismus in den eigenen vier Wänden. Smartfrog verspricht eine „Fünf-Minuten-Installation“, die ich in meinem Fall leider nicht bestätigen kann. Zwar sprang die Kamera an und die App installierte sich schnell, aber ich scheiterte am Login. Ohne Login geht natürlich nichts, aber mehr als „Username oder Passwort falsch“ bekam ich nicht. Die überaus freundliche Hotline konnte mir da leider auch nicht weiterhelfen. Irgendwo, so die Vermutung, hatten sich Zahlung und Username verheddert. Und ließen sich leider nicht entheddern.

Das ist ein bisschen schade, denn ich hätte gerne gesehen, wer denn jetzt auf meinem Sofa randaliert, wenn ich nicht da bin. Oder ob die Katzen, die ja immer sehr unschuldig schauen, zwischendrin wilde Partys feiern. Eingeladen bin ich dazu jedenfalls nicht.

Bild: Gründerszene